Coronavirus

Echinaforce: Wirkung beim Menschen unklar

16. November 2020, 13:18 Uhr
Ob Echinaforce wirklich gegen Corona hilft, ist unklar. (Archiv)
© Keystone
Das pflanzliche Arzneimittel Echinaforce soll gegen das Coronavirus helfen – zumindest belegte dies ein Test aus dem Labor Spiez. Jetzt haben die zuständigen Forscher eine Richtigstellung veröffentlicht. Die Wirkung beim Menschen sei unklar.

Das Naturheilmittel Echinaforce von A. Vogel tötet Coronaviren ab, hiess es Mitte September. In einer Studie, welche im Labor Spiez durchgeführt wurde, zerstörte das Mittel nicht nur Coronaviren, sondern auch die Erreger der Pandemien in Asien von 2002 und 2012, MERS-CoV und SARS-CoV-1.

Nur wurden die Tests nicht am menschlichen Versuchsobjekt durchgeführt, sondern in der Petrischale. Die effektive Wirkung auf den Körper konnte somit nicht nachgewiesen werden. Nun, knapp zwei Monate nach Bekanntwerden der Forschungsergebnisse, veröffentlichen die Wissenschaftler im Fachmagazin «Virology» eine Richtigstellung.

Klinische Studien nötig

«Die Autoren möchten betonen, dass der direkte Kontakt mit Viruspartikeln für die viruzide Wirkung erforderlich ist, und aufgrund der oralen Verabreichung von Echinaforce ist derzeit unklar, wie relevant dies für in-vivo-Situationen (beim Menschen) ist», schreiben die Forscher. Somit seien alle Hypothesen über die Wirksamkeit beim Menschen theoretischer Natur und müssten in klinischen Studien nachgewiesen werden.

Ethanol hat keine Wirkung auf Virus

Zusätzlich haben die Forscher untersucht, ob die Ethanollösung in Echinaforce für das Absterben der Coronaviren verantwortlich war. Die Wissenschaftler kommen zum Schluss: Auf die Viren hatte Ethanol keine Wirkung.

Nach Bekanntwerden der Echinaforce-Studie erlebten die Apotheken einen regelrechten Run auf das Naturheilmittel. Innert weniger Stunden war das Mittel in einigen Apotheken ausverkauft (PilatusToday berichtete).

E-China-Force - Wir haben es getestet!

Werbung

Quelle: PilatusToday

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 16. November 2020 09:35
aktualisiert: 16. November 2020 13:18