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Schweiz

Erneute Welle wegen Delta? Das musst du über die Virusvariante wissen

15. Juli 2021, 06:04 Uhr
Die Delta-Variante breitet sich derzeit schnell in der Schweiz aus. Bereits 70 Prozent der Coronafälle werden der Variante zugeordnet. Auch Geimpfte können an Delta erkranken. Doch wie gefährlich ist die Virusvariante wirklich und wie schütze ich mich davor? Wir beantworten die fünf wichtigsten Fragen.
70 Prozent der Coronafälle in der Schweiz können der Delta-Variante zugeordnet werden. (Symbolbild)
© Keystone

Alpha, Beta, Gamma: Immer wieder tauchen neue gefährliche Virusvarianten auf, die nach dem griechischen Alphabet benannt sind. Die Neueste unter ihnen ist Delta, eine Variante des Coronavirus, die zuerst in Indien aufgetaucht ist. Delta ist unter anderem deutlich ansteckender als die Ursprungsvariante Alpha. Nun macht sie sich auch in der Schweiz breit und könnte allenfalls für eine vierte Welle sorgen. Das musst du wissen.

Warum ist die Delta-Variante so gefährlich?

Gemäss erster Erkenntnisse aus Grossbritannien ist die Variante rund 60 Prozent ansteckender als die Alpha-Variante. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sie deshalb im Mai als «besorgniserregend» eingestuft. Nebst der hohen Ansteckungsgefahr ist Delta gefährlicher, weil die zugelassenen Impfungen nicht den gleichen Impfschutz bieten wie bei Alpha.

Wie verbreitet ist Delta in der Schweiz?

Mindestens 71 Prozent (Stand 29. Juni 2021) der derzeitigen Coronafälle betreffen die Virusvariante, wie das BAG bekanntgibt. Seit etwa zwei Wochen steigen die Fallzahlen wieder an, Anstiege bei den Hospitalisierungen und den Todesfällen sind aber noch keine zu verzeichnen. Urs Karrer, Vizepräsident der Corona-Taskforce, vermutet, dass die Delta-Variante ab August für Nichtgeimpfte gefährlich wird. Ohne Massnahmen würden sich gemäss Schätzungen rund 60 Prozent der Personen ohne Impfung damit infizieren. So könnte Ende Sommer eine vierte Welle auf die Schweiz zurollen.

Wirken die Impfstoffe gegen diese Variante?

Zu der Wirksamkeit der Impfstoffe gegenüber Delta gibt es verschiedene Meinungen. Christoph Berger, Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen, geht von einer Impfschutzwirkung von 90 Prozent aus, wie er gegenüber der «NZZ am Sonntag» sagt. In Israel hingegen geht man davon aus, dass der Impfstoff von Biontech/Pfizer nur rund 64 Prozent gegen Delta schützt, denn immer mehr Geimpfte erkranken dort an Corona. In England sind gemäss eines Berichts bereits ein Dutzend Personen trotz Impfung gestorben. Auch in der Schweiz gibt es erste Meldungen von infizierten Geimpften. Gemäss BAG handelt es sich um 246 Fälle von vollständig Geimpften sowie 208 Fälle von Erstgeimpften.

Erkenntnissen aus Singapur zufolge wird durch die Impfung das Erkrankungsrisiko halbiert. Ausserdem wird vermutet, dass die Impfung vor schweren Krankheitsverläufen schützt. Das zeigen erste Ergebnisse.

Welche Symptome treten bei Delta auf?

Die Symptome bei einer Ansteckung mit der Delta-Variante können sich deutlich von der Alpha-Variante unterscheiden. Statt Husten und Geschmacksverlust klagen die Betroffenen über eine laufende Nase, Kopfschmerzen und einen rauen Hals – ähnlich wie bei einer Erkältung. Deshalb wird geraten, sich auch bei Erkältungssymptomen testen zu lassen.

Wird die Schweiz nun neue Massnahmen ergreifen?

Um die Schweiz vor der Delta-Variante zu schützen, will der Bund das Impftempo erhöhen. 8,2 Millionen Impfdosen wurden bereits verabreicht, 3,6 Millionen Personen sind in der Schweiz vollständig geimpft. Damit mehr Menschen von der Impfung überzeugt werden können, startet der Bund diverse Kampagnen.

Noch ist unklar, ob der Bundesrat zusätzlich neue Massnahmen ergreifen wird. Möglich wäre es. Der Bundesrat wird frühestens am 11. August neue Entscheide fällen, dann findet die erste Sitzung nach den Sommerferien statt.

(gbo)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 15. Juli 2021 05:37
aktualisiert: 15. Juli 2021 06:04