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Kanton Luzern

Funktioniert das Contact-Tracing noch?

Sven Brun, 10. November 2020, 09:17 Uhr
Das Contact-Tracing kommt an seine Grenzen.
© Keystone (Symbolbild)
Das Contact-Tracing kommt an seine Grenzen. Die Luzerner Kantonsregierung ist der Meinung, dass es grundsätzlich aber noch immer funktioniert. SP-Kantonsrat Michael Ledergerber kritisiert diese Haltung.

Die Corona-Fallzahlen sind in den letzten Wochen auch im Kanton Luzern exponentiell angestiegen. Umso wichtiger ist es, dass die Ansteckungskette mittels funktionierendem Contact-Tracing gebrochen wird. SP-Kantonsrat Michael Ledergerber ist jedoch der Meinung, dass dafür die Luzerner Kantonsregierung zu wenig unternommen hat. Mit seinem Vorstoss hat er die Regierung nun zur Rede gestellt.

Anfangs wurde das Contact-Tracing auf schweizweit 100 Fälle pro Tag ausgelegt. Die Kantonsregierung schreibt in einer Mitteilung an Ledergerber, dass auch viele Experten nicht mit einem solch schnellen Anstieg der Fallzahlen gerechnet haben. Folglich sei der Ausbau der personellen Ressourcen nicht im Gleichschritt mit dem Virus möglich gewesen. «Die Personen müssen rekrutiert und eingearbeitet werden», schreibt die Kantonsregierung. Auch im Kanton Luzern sei es dadurch zu Engpässen gekommen. Jedoch funktioniere das Contact-Tracing immer noch, wenn auch mit Verzögerungen.

Contact-Tracing angepasst

Das Prozedere für das Contact-Tracing im Kanton Luzern wurde daraufhin angepasst. Die positiv getestete Person wird per SMS kontaktiert und soll alle Kontaktpersonen vorsorglich selbst darüber informieren, dass sich diese in Quarantäne begeben. Danach, so der Regierungsrat, werden jedoch alle Beteiligten noch direkt vom Contact-Tracing kontaktiert.

Für Michael Ledergerber eine Falschaussage. Er weiss von vielen Betroffenen, welche nie vom Contact-Tracing Team kontaktiert worden seien. Für ihn seien diese Behauptungen von der Kantonsregierung verunsichernd. Die Luzerner Bevölkerung soll wissen, dass nicht alles rund läuft. Der Kanton Luzern sei schlicht und einfach auf die zweite Corona-Welle zu wenig vorbereitet gewesen.

Mehrere Quellen bestätigen auch gegenüber PilatusToday, dass sie nie vom Contact-Tracing Team kontaktiert worden seien. Wer wann was zu tun hat, ist vielen Betroffenen unklar. «Es herrscht Verunsicherung und Überforderung», meint Ledergerber. Eine klare und transparentere Kommunikation sei wünschenswert für die Zukunft. Er wird seinen Vorstoss weiter im Kantonsparlament aufgreifen.

Sven Brun
Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 10. November 2020 09:17
aktualisiert: 10. November 2020 09:17