Fragen und Antworten

Gratistests für daheim: Das musst du wissen

Laurien Inauen, 6. März 2021, 06:55 Uhr
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Quelle: CH Media Video Unit

Gratistests für alle – und zwar auch für zu Hause: Diese Neuerung hat der Bundesrat am Freitag vorgestellt. FM1Today beantwortet 7 Fragen zur Testoffensive.

Welche Neuerungen hat der Bundesrat am Freitag vorgestellt?

Der Bundesrat will die Testaktivität «massiv ausweiten». Unter anderem Firmenangestellte und Schülerinnen und Schüler sollen regelmässig auf das Coronavirus getestet werden. Sämtliche Testkosten – auch bei Symptomfreien – soll der Bund tragen. Zudem plant der Bundesrat, jeder Person in der Schweiz monatlich fünf kostenlose Selbsttests für zu Hause zur Verfügung zu stellen.

Was ist ein Selbsttest?

Gesundheitsminister Alain Berset vergleicht einen Selbsttest mit einer Zahnbürste, mit der daheim eine Probe aus der Nase entnommen werden kann. Dieser Vorgang soll weniger unangenehm sein als ein PCR- oder Schnelltest. Die Person kann das Ergebnis anschliessend selber auswerten. Positive Resultate sollen per PCR-Test validiert werden, die coronapositive Person muss sich in eine zehntätige Isolation begeben.

Wo sind die Selbsttests verfügbar?

Aktuell sind die Selbsttests in der Schweiz noch nicht zugelassen. Ihre Qualität muss noch geprüft werden. Alain Berset geht davon aus, dass die Tests frühestens im April zur Verfügung stehen werden. Geplant ist, dass die Bevölkerung die Selbsttests in der Apotheke beziehen kann. Die Abrechnung erfolgt über die Krankenkassen – so kann sichergestellt werden, dass wirklich nur fünf Selbsttests vom Bund bezahlt werden.

Was ist der Vorteil der Testoffensive?

Noch ist unklar, ob Geimpfte und Getestete künftig privilegiert behandelt werden und beispielsweise Theaterveranstaltungen besuchen dürfen. Das sei eine sensible Angelegenheit, sagt Alain Berset. «Einige offene Fragen müssen geklärt werden.» Ein Vorteil der wiederholten Tests in Firmen ist, dass die Kolleginnen und Kollegen einer infizierten Person sich nicht in Kontaktquarantäne begeben müssen. Auch glaubt der Bundesrat, durch die vermehrten Tests symptomlose Personen schneller ausfindig machen zu können – was wiederum den Ausbruch der Pandemie stoppen könnte.

Wie hoch sind die Kosten?

Der Bundesrat schätzt, dass sich die Kosten für die Ausweitung der Teststrategie für das Jahr 2021 auf schätzungsweise über eine Milliarde Franken belaufen. «Grundlage bildet das Covid-19-Gesetz, das bis Ende Jahr befristet ist.»

Welche Risiken gibt es?

Alain Berset warnt davor, sich durch die Erhöhung der Testaktivität in falsche Sicherheit zu wägen. Massentests würden nur eine Momentaufnahme darstellen, auch seien Selbsttests deutlich weniger verlässlich als PCR-Tests. Die Lockerungen sollen trotz Testoffensive behutsam erfolgen. «Wir wollen einen Jojo-Effekt und erneute Schliessungen verhindern.»

Wie geht es nun weiter?

Der Bundesrat hat seine Vorschläge bei den Kantonen in die Vernehmlassung geschickt. Die Konsultation läuft bis 12. März, dann wird der definitive Entscheid über die Teststrategie gefällt. Ab dem 15. März könnten die Neuerungen in Kraft treten.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 5. März 2021 16:39
aktualisiert: 6. März 2021 06:55