Trotz 5er-Regel

Kinder dürfen weiterhin Sport treiben – der richtige Entscheid?

15. Januar 2021, 15:03 Uhr
Kinder und Jugendliche können jubeln: Trotz 5er-Regel dürfen sie weiterhin vereinsmässig trainieren. (Symbolbild)
© GettyImages, Matthias Kern / Freier Fotograf
Der Bundesrat hat am vergangenen Mittwoch beschlossen, dass sich sowohl privat wie auch im öffentlichen Raum nur noch fünf Personen treffen dürfen. Davon ausgeschlossen ist der Kinder- und Jugendsport. Alle unter 16 Jahren dürfen weitertrainieren.

Am 13. Januar 2021 hat der Bundesrat neue Massnahmen beschlossen. Ab dem kommenden Montag dürfen sich unter anderem nur noch fünf Personen treffen. Diese Regelung gilt jedoch nicht für den Kinder- und Jugendsport. Mit den bestehenden Auflagen dürfen alle unter 16 Jahren weiterhin vereinsmässig trainieren.

Ein wichtiger sozialer Entscheid

Philipp Hartmann, Präsident der Konferenz kantonaler Sportbeauftragten Zentralschweiz, ist froh darüber: «Es ist uns wichtig, dass die unter 16-Jährigen auch während einer solchen Pandemie Sport treiben dürfen». Sowohl körperlich wie auch sozial sei dies von grosser Bedeutung, besonders in einer Zeit, in der beinahe alles geschlossen ist und in einigen Kantonen kein regulärer Sportunterricht mehr stattfindet. «Es war und ist uns ein Anliegen, dass sich trotz dieser prekären Lage für die Kinder und Jugendlichen nichts geändert hat.» Nun müssten die Vereine Verantwortung übernehmen. Er betont aber, dass die Schutzkonzepte in den Sportvereinen bisher sehr gut eingehalten wurden.

Urs Dickerhof, Präsident des Innerschweizer Fussballverbands IFV, unterstützt die Meinung von Hartmann: «Das sich die Kinder und Jugendlichen weiterhin im Rahmen eines geführten Trainings bewegen können, ist sicher optimal». Jedoch sei es darüber hinaus wichtiger denn je, Ansteckungen zu vermeiden. Man werde die Fussballvereine, welche bereits sicher und unter Einhalt der Schutzkonzepte trainieren, nicht an der Durchführung der Trainings hindern. Andererseits sollen Clubs keine weiteren Trainings erzwingen. «Jede Situation, in welcher wir uns weniger anstecken können, ist eine bessere», führt der Unternehmer und ehemalige Luzerner Kantonsrat aus.

Urs Dickerhof, Präsident des Innerschweizer Fussballverbands (Archivbild)

Das sagen die Experten

Dass die 5er-Regel nicht für den Kinder- und Jugendsport gilt, hat vor allem einen Grund. «Die Ausübung des Sports ist ein wichtiges Element für die Entwicklung der Kinder», sagt ein Sprecher des BAG auf Anfrage von PilatusToday. Bewegung sei bedeutend für die körperliche und geistige Gesundheit der Kinder, führt er aus.

Die Erkenntnis, dass Kinder unter zwölf Jahren bei der Verbreitung des Virus nur eine geringe Rolle spielen, sei bei der Entscheidung von Bedeutung gewesen. Dennoch müssen die Kinder, welche gemeinsam Sport treiben, auch weiterhin das bestehende Schutzkonzept respektieren und einhalten.

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 15. Januar 2021 14:46
aktualisiert: 15. Januar 2021 15:03