5'596 neue Fälle

Kommen schärfere Massnahmen? Ein Lockdown? Das musst du jetzt wissen

21. Oktober 2020, 17:22 Uhr
Werbung

Quelle: CH Media Video Unit

«Wenn die Kurve bis nächsten Mittwoch nicht abflacht, müssen wir strengere Massnahmen treffen», hat Alain Berset am Mittwoch an die Bevölkerung appelliert. Wie steht der Bundesrat zu einem Mini-Lockdown? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Das Bundesamt für Gesundheit hat am Mittwoch 5'596 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet – ein neuer Rekordwert. Nach der wöchentlichen Bundesrats-Sitzung zeigte sich Gesundheitsminister Alain Berset besorgt und warnte an einer Medienkonferenz vor strengeren Massnahmen ab kommendem Mittwoch, falls sich die Lage nicht verbessert. Diese Massnahmen würden gemäss Berset insbesondere Veranstaltungen, Ansammlungen und öffentliche Einrichtungen betreffen.

«Vor drei Wochen hatten wir eine der besten Lagen Europas, momentan haben wir eine der schlechtesten Lagen», sagte Berset. Am meisten Sorgen mache sich der Bundesrat wegen den steigenden Hospitalisationszahlen.

Darf ich noch ins Restaurant?

Berset sagt, das müsse man für sich selbst entscheiden. Wenn man einer Risikogruppe angehöre, solle man vielleicht ein wenig vorsichtiger sein. Auch komme es auf das Schutzkonzept des Restaurants an. Gewisse Gastrobetriebe hätten sehr gute Schutzkonzepte erarbeitet.

Gibt es Massnahmen je nach Altersklasse?

Berset: «Das Virus trifft alle Altersgruppen. Wir wollen keine Unterscheidung zwischen Altersklassen machen. Aus ethischen und gesellschaftlichen Gründen geht es nicht, dass wir Risikopersonen einsperren und Kontakte verbieten. Das wäre für Familien sehr schwierig.»

Gibt es einen Mini-Lockdown?

«Das ist ein Szenario, das möglich wäre. Wir schauen es uns an. Wir suchen nach dem richtigen Weg», antwortet Berset auf diese Frage. Der Bundesrat wolle einen sogenannten «Circuit Breaker» jedoch verhindern.

Zurzeit sei auf jeden Fall noch nicht der richtige Zeitpunkt, eine solche Massnahme zu treffen. Dies könne sich aber schnell ändern. "Wir werden am Mittwoch im Bundesrat beraten, bitten Kantone, die schlimm betroffen sind, aber schneller zu handeln.» Ab welchem Schwellenwert ein Mini-Lockdown beschlossen würde, kann Berset nicht sagen.

Könnten wir uns einen Mini-Lockdown leisten?

«Wir haben das noch nicht berechnet, denn wir sind noch nicht so weit», sagt Berset. Man brauche noch keinen Mini-Lockdown. Die wirtschaftliche Situation sei besser als vorerst gedacht. Aber die zweite Welle mache die Situation wieder ungewiss.

Kann die zehntägige Quarantäne verkürzt werden? 

Ist es ein Thema, die zehntägige Quarantäne für Kontaktpersonen und Einreisende zu verkürzen? «Nein», sagt Bundesrat Berset. Die zehntägige Quarantäne sei kürzer als in anderen Ländern wie den USA mit vierzehn Tagen. Eine kürzere Quarantäne – wie diese von verschiedenen Seiten gefordert wird – sei nicht genügend effizient.

Der Bundesrat will, dass das Contact Tracing so lange wie möglich fortgeführt wird. Dieses stösst bereits heute in vielen Kantonen an seine Grenzen.

«Jetzt bitte Engagement!»

Gesundheitsminister Alain Berset hat am Mittwoch einmal mehr betont, dass ein Lockdown verhindert werden soll. Das sei das Ziel. «Die zwei, drei nächsten Wochen werden entscheiden sein, ob wir dieses Ziel erreichen», sagte der Bundesrat.

Werbung

Quelle: Keystone-SDA

Berset machte auch nochmals auf die grundlegenden Hygiene- und Abstandsregeln aufmerksam. Zudem sollten auch Feste in der Familie und unter Freunden derzeit verschoben und wenn immer möglich im Homeoffice gearbeitet werden.

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 21. Oktober 2020 17:03
aktualisiert: 21. Oktober 2020 17:22