Vor Ostern

Komplizierte «Schnell»-Test-Situation im Kanton Luzern

Raffaele Keller, 24. März 2021, 13:17 Uhr
Eine Apothekerin wertet einen Covid-19 Antigen-Schnelltest aus. (Archivbild)
© KEYSTONE/GAETAN BALLY
«Testen, testen, testen»: Fast mantraartig wird die neue Strategie vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) und vom Gesundheitsminister Alain Berset in den letzten Wochen vorgetragen. Das Problem: Ganz so einfach ist das im Kanton Luzern gar nicht.

Wer sich im Kanton Luzern vor den Osterferien auf das Coronavirus testen lassen möchte, könnte sein blaues Wunder erleben. Schnell in die Apotheke und gut, ist nämlich nicht. Was in Bern versprochen wird, kann in Luzern nur schwerlich eingehalten werden.

Die Ostergeschichte eines Lesers

Ein Leser, der sich vor dem Osterbesuch bei den (Gross-)Eltern testen lassen möchte, berichtet von seinen Schwierigkeiten: An den meisten Testorten werden keine Kinder getestet – oder zumindest erst ab 12 Jahren oder älter. Eine Familie kann sich also nicht gemeinsam testen lassen. Gewisse Apotheken hätten erst Anfang April wieder freie Termine für Covid-Schnelltests. Das lange Osterwochenende ist aber vom 2. bis am 5. April. An anderen Orten falle ein zusätzliche Gebühr für «medizinische Leistungen» an, obwohl der Bund sich bereit erklärt hat, die Kosten zu übernehmen. Und schliesslich gebe es Orte, wo nur PCR-Tests angeboten würden, die jedoch bei symptomfreien Personen vom Bund eben nicht übernommen werden.

Hohe Nachfrage bringt Apotheken an Kapazitätsgrenzen

Zur Problematik der Corona-Schnelltests in Luzern: Wie Abklärungen von PilatusToday und Tele 1 zeigen, ist der Frust des Lesers durchaus nachvollziehbar. Von fünf Apotheken, die der Kanton Luzern auf seiner offiziellen Seite aufführt, war es lediglich bei einer möglich, für morgen einen Termin zu bekommen – und dies auch nur als «Extrafenster», wie telefonisch bestätigt wird, weil die Nachfrage so hoch sei. Auch die anderen Apotheken betonen die starke Nachfrage, und erklären das knappe Angebot. Es müssten auch immer Test-Blöcke für symptomatische Personen frei bleiben, weshalb man nicht die Kapazität habe, jede symptomlose Person zu testen, die das aktuell gerne tun würde.

Einen Trick verrät uns die Amavita Apotheke im Würzenbach: Sie schalten ihre freien Termine von Tag zu Tag auf. Es macht also Sinn, am Morgen gleich zu überprüfen, ob für den nächsten Tag noch Termine frei sind.

Corona-Schnelltests bei Symptomlosen sind kostenlos

Der Vorwurf, dass Kosten anfallen, obwohl der Bund die Corona-Schnelltests auch bei symptomlosen Personen bezahlt, scheint gemäss der Überprüfung von PilatusToday und Tele 1 nicht zu stimmen. Gemeint war damit die Permanence am Bahnhof Luzern. Gegenüber unserer Redaktion bestätigt die Permanence, dass bei den Corona-Schnelltests für asymptomatische Personen keine weiteren Kosten anfallen würden. Es stimme jedoch, dass bei Personen mit Symptomen zusätzliche Kosten für die medizinische Behandlung erhoben werden, da die Permanence kein Testcenter sei, sondern in erster Linie erkrankte Patientinnen und Patienten betreue, die ärztliche Hilfe benötigen.

Nicht überall werden Schnelltests angeboten

Der letzte Punkt des Lesers ist hingegen wieder korrekt. Einige Teststellen bieten lediglich PCR-Tests, und keine Antigen-Schnelltests an. Das heisst, man wartet länger auf sein Ergebnis und die Kosten werden bei symptomlosen Personen nicht vom Bund übernommen. Als prominentes Beispiel soll das Luzerner Kantonsspital (LUKS) genannt werden. Das LUKS erklärt jedoch auf seiner Seite: «Wir bieten keine Covid-Antigen-Schnelltests an. Aus prozesstechnischen und qualitativen Gründen wird Ihr Abstrich mittels einer PCR Analyse untersucht.» Auch das BAG empfiehlt asymptomatischen Personen, die ein positives Schnelltest-Ergebnis erhalten, zur Bestätigung einen verlässlicheren PCR-Test durchzuführen.

Luzern baut Testkapazitäten wieder aus

Eine Hoffnung bleibt für testwillige Personen jedoch, die sich noch vor Ostern testen lassen möchten. Am Dienstagabend hat das Gesundheits- und Sozialdepartement des Kantons Luzern entschieden, die Testkapazitäten möglichst rasch wieder auszubauen. Momentan würden verschiedene Optionen an unterschiedlichen Standorten geprüft, wie es in einer Mitteilung heisst. Vor allem im Hinblick auf Ostern sollen mehr Testmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Damit vollzieht der Kanton Luzern eine Kehrtwende nachdem er noch letzte Woche mitgeteilt hatte, den Betrieb des «Drive-In»-Testzentrums auf der Luzerner Allmend auf Ende Monat einzustellen (PilatusToday berichtete).

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 24. März 2021 05:27
aktualisiert: 24. März 2021 13:17