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Corona-Massnahmen

Maskenpflicht, Tests und Booster – Zentralschweizer Kantone reagieren

Lara Abderhalden, 26. November 2021, 10:29 Uhr
Der Bundesrat verschärft die nationalen Coronamassnahmen derzeit nicht. Jetzt reagieren die Kantone und führen neue Corona-Regeln ein. In der Zentralschweiz setzen die Regierungen auf Maskenpflicht, Tests, Besuchsbeschränkungen oder die Booster-Impfung.
Im Kanton Obwalden müssen alle ab der Oberstufe, in der Stadt Luzern teilweise bereits ab der Primarstufe, eine Maske im Unterricht tragen. (Symbolbild)
© KEYSTONE/Christian Beutler

Das Interview mit dem Luzerner Gesundheitsdirektor Guido Graf in der Rundschau des Schweizer Fernsehen sorgte für Gesprächsstoff. Graf kündigte an, dass in Luzern am Freitag eine Maskenpflicht für Veranstaltungen eingeführt werde. Am Donnerstag dementiert er diese Aussage – die Einführung dieser Massnahme sei noch unklar. Für die Einführung der Massnahme brauche es zuerst eine Verordnungsanpassung. Das Gesundheits- und Sozialdepartement möchte eine 3-G-plus-Regel einführen: Eine Maskenpflicht bei kulturellen oder sportlichen Veranstaltungen.

Andere Zentralschweizer Gesundheitsdirektionen haben bereits Verschärfungen beschlossen. Eine Übersicht:

Coronamassnahmen in Obwalden ab 29. November:

  • Bei Besuchen in Altersheimen, Spitälern oder anderen medizinischen Institutionen wird eine 3-G-Pflicht eingeführt. Der Bund übernimmt die Testkosten. 
  • Mitarbeitende von Spitälern, Alters- und Pflegeheimen müssen sich jede Woche zwei Mal testen lassen, wenn sie nicht geimpft oder genesen sind.
  • An allen Schulen gilt ab der Sekundarstufe I in allen Innenräumen eine Maskenpflicht, wenn weniger als 80 Prozent beim repetitiven Testen mitmachen (Primarstufe vorerst von Maskenpflicht ausgeschlossen).
  • Kontaktsportarten werden im Schulsport verboten.

Gemäss Maya Büchi-Kaiser, Obwaldner Gesundheitsdirektorin, sei nicht ausgeschlossen, dass es in nächster Zeit weitere Verschärfungen geben könne. Je nachdem wie sich die Fallzahlen entwickeln. «Entscheidend ist, dass die Durchimpfungsquote weiter zunimmt und die Hospitalisationsrate tief bleibt», sagt Büchi auf Anfrage.

Coronamassnahmen in Nidwalden ab 29. November:

  • Eine Maskenpflicht für alle Lehrpersonen und Lernenden ab der Sekundarstufe I wird unbefristet eingeführt.
  • Rund 3'200 Schülerinnen und Schüler und deren Eltern nehmen derzeit an repetitiven Tests teil. 
  • Derzeit ist kein Verbot für Veranstaltungen geplant.
  • In Alters- und Pflegeheimen sowie Spitälern gilt eine Zertifikatspflicht sowohl für Besuchende als auch Mitarbeitende.

Coronamassnahmen in Uri:

  • Im Kantonsspital Uri und weiteren sozialmedizinischen Institutionen erhalten nur noch Besucherinnen und Besucher mit einem Zertifikat Zutritt. Zudem muss in Innenräumen eine Maske getragen werden. Nicht geimpfte Mitarbeitende müssen zweimal pro Woche einen PCR-Test machen. 

Coronamassnahmen in Schwyz:

Im Kanton Schwyz werden derzeit mögliche Massnahmen wie eine Ausweitung der Maskenpflicht, Home-Office-Pflicht oder Kapazitätsbeschränkungen geprüft, so Petra Steimen-Rickenbacher, Vorsteherin Departement des Innern Kanton Schwyz. Der Kanton strebe dabei eine Koordination mit anderen Zentralschweizer Kantonen an.

Coronamassnahmen in Zug:

Der Kanton Zug hat bis jetzt keine konkreten Verschärfungen beschlossen, setzt aber auf die Auffrischungsimpfung und verimpft diese ab dem 29. November allen über 16 Jahre. «Die Booster-Impfungen für die über 65-Jährigen sind im Kanton Zug weit fortgeschritten. Die Anmeldung für die Auffrischungsimpfung ist deshalb ab sofort für alle Zugerinnen und Zuger ab 16 Jahren möglich», steht in einer Mitteilung. Die Auffrischungsimpfungen werden im Impfzentrum Baar durchgeführt. Priorität hätten aber immer noch Personen über 65 Jahre.

Wie weit sind die anderen Zentralschweizer Kantone mit den Booster-Impfungen?

  • Der Kanton Zug hat bereits einen Grossteil der über 65-Jährigen geimpft und führt, wie oben erwähnt, Booster-Impfungen für alle über 16 ab kommendem Montag durch.
  • Auch der Kanton Luzern startet mit den Auffrischungsimpfungen für alle unter 65 Jahren. Das Luzerner Kantonsspital schreibt am Donnerstag, dass per sofort in Luzern, Sursee und Wolhusen Auffrischungsimpfungen mit dem Impfstoff von Pfizer/BioNTech für Personen ab 16 Jahren möglich sind. Dafür braucht es einen Termin. Das Walk-in-Angebot am Standort Luzern wird eingestellt. Für Impfungen ausserhalb der Bürozeiten gibt es am 9. Dezember ein Late-Night-Impfen. Bisher wurden bereits 15'000 Personen im Kanton Luzern geboostert. 
  • Der Kanton Uri stellt eine grosse Nachfrage nach der Booster-Impfung fest. Diese sei in Alters- und Pflegeheimen sowie weiteren sozialmedizinischen Institutionen weitgehend abgeschlossen. Derzeit sei die Altersgruppe über 65 an der Reihe. Sobald die Eidgenössische Kommission für Impffragen die Richtlinien veröffentliche, werde auch mit der Booster-Impfung für jüngere Personen begonnen.
  • Im Kanton Nidwalden sind Ärzte, Apotheken und kantonale Corona-Fachstellen laufend dabei, Personen ab 65 Jahren ein drittes Mal zu impfen. Die Vorbereitungen zur Booster-Impfung für unter 65-Jährige würden laufen. Nidwalden rechnet mit einer gestaffelten Nachfrage, da die Booster-Impfung frühestens sechs Monate nach der letzten Impfung erfolgen soll.
  • Im Kanton Obwalden sind die Pflegeheime bereits mit dem Booster durchgeimpft. Derzeit werden die weiteren über 65-Jährigen geimpft, sagt die Gesundheitsdirektorin Maya Büchi-Kaister. Sobald alle Interessierten dieser Gruppe die Impfung erhalten haben, werde man weitere Altersgruppe öffnen. Wann das der Fall ist, sei noch unklar. Die Nachfrage nach der Booster-Impfung sei in Obwalden sehr gross.
  • Im Kanton Schwyz sollten die Booster-Impfungen in den Alters- und Pflegeheimen sowie Behinderteneinrichtungen Ende November abgeschlossen werden können. Insgesamt konnten bereits gegen 5'500 Personen mit der Booster-Impfung geimpft werden. Um der Nachfrage nach der Booster-Impfung gerecht werden zu können, wird das Impfzentrum Steinen vorerst für die nächsten vier Tage geöffnet. Mit der Impfung der unter 65-Jährigen werde spätestens Ende November begonnen.

Können Weihnachtsfeiern in den Kantonen stattfinden?

«Weihnachtsfeiern können hoffentlich durchgeführt werden», sagt Maya Büchi-Kaiser aus dem Kanton Obwalden. Sie können derzeit unter den bekannten Bedingungen geplant werden. Das heisst beispielsweise mit der 3-G-Pflicht in den Restaurants.

Dem Kanton Nidwalden ist es für eine Prognose zu den Weihnachtsfeiern noch zu früh. «Es ist aufgrund der hohen Zirkulation und Aktivität des Virus in der kalten Jahreszeit sowie der nach wie vor tiefen Impfquote davon auszugehen, dass die Massnahmen aufrechterhalten bleiben oder verstärkt werden müssen», schreibt der Kanton.

Auch der Kanton Schwyz lehnt sich bei dieser Frage nicht zu weit aus dem Fenster: «Das wird sich zeigen und ist abhängig von der epidemiologischen Entwicklung.»

Im Kanton Luzern sind die Weihnachtsfeste derzeit Gegenstand von Abklärungen, schreibt das Gesundheits- und Sozialdepartement. «Offen ist zudem, ob sich allenfalls der Bund zu diesem Thema in den kommenden Tagen und Wochen zu Wort melden wird.»

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 25. November 2021 16:51
aktualisiert: 26. November 2021 10:29