Schnaps als Desinfektionsmittel

10. März 2020, 19:34 Uhr
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Schnapsbrennereien eilen wegen Coronavirus zur Hilfe

Wegen des Coronavirus wird die Nachfrage nach Desinfektionsmittel immer grösser. Weil sie in den Spitälern und Apotheken teilweise knapp werden, helfen nun Schnapsbrenner aus. Eine verrückte Idee, die beim genaueren Hinschauen jedoch sinnvoll erscheint.

Gut Händewaschen und desinfizieren. Das hört man unterdessen täglich. Während die Regale in den Läden teilweise leergeräumt sind, gehen die Desinfektionsmittel langsam auch in den Spitälern aus. Nun könnten Schnapsbrennereien einspringen. Hochprozentiger Alkohol bietet sich nämlich als gute Alternative für Desinfektionsmittel an. Ab 75 Prozent Alkoholgehalt ist er besonders stark desinfizierend.

Der Präsident der Schweizer Brenner, Augustin Mettler, bestätigt, dass bei diversen Brennereien bereits Anfragen von Apotheken und Spitäler eingegangen sind.

«Wir versuchen natürlich so gut es geht auszuhelfen, sind aber selbst auch ein wenig überrascht.»

Die meisten Brennereien könnten, so Mettler, solch hochprozentigen Alkohol herstellen. In wenigen Arbeitsschritten könne zum Beispiel aus Kirsch Desinfektionsmittel gemacht werden. Unter anderem muss dieser dann aber noch neutralisiert werden, damit die Hände später nicht nach Kirsch riechen.

Auch in der Zentralschweiz wäre man bereit für den Fall. Eine konkrete Anfrage ist aber beispielsweise bei der Destilliere Hecht AG in Sempach noch nicht eingegangen. Inhaber Daniel Hecht sagt:

«Wir hätten Tanks mit Platz für über 200'000 Liter und wären bereit.»

Und ganz so weit hergeholt wäre die ganze Sache ja auch nicht: Das Destillieren sei ursprünglich aus medizinischen Gründen entdeckt worden, sagt Schweizer Brenner Präsident Mettler. Erst später kam man auf die Idee, den Schnaps zum Genussmittel zu machen.

Dieser Ursprung wird also auch heute in der aktuellen Corona-Lage in diversen Schweizer Brennereien wieder angewendet. Beim Luzerner Kantonsspital sagt man auf Anfrage, diese Idee sei sicherlich keine Schnapsidee. Aktuell komme man jedoch noch ohne aus.

veröffentlicht: 10. März 2020 18:01
aktualisiert: 10. März 2020 19:34