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Stabile Lage

Trotz Lockerungen: Experten sind positiv gestimmt

5. Mai 2021, 18:26 Uhr
Zwei Wochen nach den ersten grösseren Lockerungen der Corona-Massnahmen ziehen die Experten des Bundes Bilanz: Sie zeigen sich optimistisch.
Patrick Mathys vom BAG zeigte sich an der heutigen Pressekonferenz zuversichtlich. (Archivbild)

Obwohl sich die Fallzahlen weiterhin auf hohem Niveau halten, zeigten sich die für die Medienkonferenz versammelten Experten vorsichtig optimistisch. Sollte man Ende April den Höhepunkt der aktuellen Welle erreicht haben, hätte der Bundesrat bei den Lockerungen ausserordentlich gutes Timing gezeigt und weitere Öffnungen Ende Mai seien durchaus denkbar, so Patrick Mathys vom BAG.

«Öffnungsschritte vom April bislang ohne negative Auswirkungen»

Zur Eröffnung der Pressekonferenz zeigt sich der Leiter der Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit des BAG positiv: «Es gibt weiterhin guten Grund, verhalten optimistisch zu bleiben, was die epidemiologische Lage angeht.» Inzwischen sei man auf einem Niveau von ca. 2'000 Neuansteckungen pro Tag angelangt. Auch der R-Wert sei auf einem tiefen Niveau, so Mathys.

Bei den Fallzahlen, den Hospitalisierungen sowie der Auslastung der Intensivstationen zeige sich eine langsame Entspannung, so Mathys. Die im April getätigten Öffnungsschritte hätten bislang keine negativen Auswirkungen auf die Entwicklung der Epidemie gezeigt.

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Quelle: CH Media Video Unit

Weiterhin hoher Anteil an Corona-Patienten 

«Der Anteil der Covid-Patienten auf den Akutstationen der Spitäler ist in den letzten Monaten stabil bei fünf Prozent geblieben», informiert Andreas Stettbacher, Delegierter des Bundesrates für den Koordinierten Sanitätsdienst KSD. Trotz sinkender Tendenz sei die Zahl der an Corona Erkrankten auf den Intensivstationen mit 31 Prozent jedoch weiterhin hoch.

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Weil immer mehr ältere Personen geimpft sind, erkranken sie weniger schwer an Corona. Bei den unter 65-Jährigen steige jedoch der Anteil der Hospitalisierungen stark an, so Stettbacher. Dass auch diese Altersgruppe jetzt schnell geimpft werde, sei darum entscheidend.

Im Gegensatz zur zweiten Welle werden immer öfters auch jüngere Personen auf die Intensivstationen eingeliefert.

© Koordinierter Sanitätsdienst KSD

Impfungen für Kinder und Jugendliche

Bei Jugendlichen bis 16 Jahre sei man guter Hoffnung, diese bis im Herbst impfen zu können, so Urs Karrer von der Nationalen COVID-19 Science Task Force. «Aus medizinischer Sicht ist es sinnvoll, Kinder gegen das Coronavirus zu impfen.» Patrick Mathys vom BAG ergänzt: «Eine Herdenimmunität wird es ohne Impfung der Kinder nicht geben.» Für Kinder unter acht Jahren sei es jedoch unwahrscheinlich, dass diese noch in diesem Jahr geimpft werden.

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Dritte Welle kleiner als gedacht

«Die am schwierigsten zu ergreifende Variable ist das Verhalten der Bevölkerung», sagt Urs Karrer von der Taskforce. Dass die dritte Welle nicht höher ausfällt, könne daran liegen, dass die Menschen genug Zeit hatten, ihr Verhalten anzupassen.

Die Frage eines Journalisten, ob die Taskforce immer nur das schlimmstmögliche Szenario sehe, verneint Karrer. Es handle sich jeweils um Modellierungen und nicht um Voraussagen. Ausserdem lasse er sich bei den Infektionszahlen lieber positiv als negativ überraschen.

Britische Mutante stellt andere Varianten in den Schatten

Die britische Variante sei weiterhin die dominante Mutante in der Schweiz. Doch auch die südafrikanische, brasilianische und indische Mutation komme vor. «Es scheint, dass die britische Variante auch gegenüber diesen Varianten einen deutlichen Vorteil in Bezug auf die Übertragung hat», so Mathys. Denn obwohl die anderen Mutationen schon seit Monaten in der Schweiz vorzufinden sind, konnten sie sich nicht durchsetzen. Über die indische Variante wisse man noch nicht viel, behalte sie aber Auge.

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Covid-Zertifikat soll im Juni kommen

«Unser Ziel wird es immer noch sein, im Juni ein Zertifikat anbieten zu können», so Patrick Mathys. Die EU werde Mitte Mai die Rahmenbedingungen festlegen, die dann auf nationaler Ebene umgesetzt werden müssen. So sei man zeitlich gut mit der EU abgestimmt. Ein international funktionierendes Zertifikat sei wichtig, betont Mathys.

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 5. Mai 2021 16:24
aktualisiert: 5. Mai 2021 18:26