Wie der Zucker ungefährlich wurde...

10. März 2017, 17:16 Uhr
Die Welt in 60 Sekunden - eine Minute klüger mit Radio Pilatus
© Humusak/pixabay.com
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Was heute ganz mühelos geht, war früher gefährlich: Der Gebrauch von kleinportioniertem Zucker im Haushalt. Um blutige Finger zu verhindern, wurde der Würfelzucker erfunden.

Das Süssen von Getränken und Speisen ist um das Jahr 1800 gar nicht so einfach. Zucker ist nämlich nur in Grossmengen erhältlich. So ein Zuckerstock ist nicht nur gross und schwer, sondern vor allem steinhart.

Gefährliche Zuckerhacken

Die Zuckerstöcke ­– grosse Stücke Kristallzucker in Kegelform - kamen in Grössen von bis zu 1,50 Meter Höhe auf den Markt und waren teuer. Wurde Zucker im Haushalt – etwa für Kaffee oder Tee – benötigt, waren aus diesem Kegel kleinere Stücke herauszulösen. Dazu brauchte man einen Zuckerhammer, eine Zuckerhacke oder einen Zuckerbrecher. Beim Verkleinern des steinharten Zuckers kam es nicht selten zu Verletzungen an Hand und Fingern.

Klein, handlich und praktisch

Als Erfinder des Würfelzuckers gilt Jacob Christoph Rad. Der Schweizer ist Direktor einer Zuckerfabrik im tschechischen Datschitz. Für die Herstellung bastelt Rad ein Modell aus Blechstreifen, in das der mit Wasser befeuchtete Zucker gefüllt wird. Nach dem Trocknen sind die Zuckerwürfel fertig. Die Form, die der heutigen Eiswürfelschale gleicht, lässt Jacob Christoph Rad 1843 patentieren.

Diese Technik, feuchten, feinkristallinen Zucker, in Würfel- oder auch andere Formen zu pressen, ist in seinen Grundzügen noch heute noch das übliche Verfahren, um Würfelzucker industriell herzustellen. Die Zuckerstöcke waren noch bis ins 19. Jahrhundert üblich und wurden anschliessend komplett von Würfel- und Streuzucker verdrängt.

veröffentlicht: 15. März 2017 06:30
aktualisiert: 10. März 2017 17:16