Presse würdigt Spanien als grossen Europameister

12. Juni 2015, 05:20 Uhr

Die EURO 2008 hat den richtigen Europameister gefunden: Spanien. Nicht nur darin sind sich die Kommentatoren der Schweizer Tageszeitungen einig. De Sieg gegen Deutschland sei verdient gewesen. Das Resultat hätte aber höher ausfallen müssen. Die Spanier feierten den Triumph der Ästhetik, auch im Ernst-Happel-Stadion wichen sie nicht von ihrer Linie ab. Das sprach für sie, ihre Klasse und ihr Selbstvertrauen.

Die Zeitungskommentare in der Übersicht:

Neue Zürcher Zeitung: «Erlösung nach 44 Jahren. Beim 1:0 gegen Deutschland stimmte bei den Spaniern fast alles, nur das Resultat nicht; der Sieg hätte höher ausfallen müssen. ... Vielleicht erstaunte neben der spanischen Spielkunst vor allem die Unfähigkeit der deutschen Fussballer zum Widerstand. Es gab die Verzweiflung,

das Schimpfen, das Hadern, aber kein Aufbäumen, nur verschollene deutsche Tugenden und fast keine Torchancen. ... Es war eine Finalpartie, die nur einen Sieger verdiente und die noch ein letztes Mal unterstrich, welche Stilmittel in diesem Jahr definitiv in Mode sind -- es ist der Offensivfussball der Spanier, die mit dieser Art nicht nur das Publikum betören.»

Tages-Anzeiger: «Die EM ist zu Ende. Und sie hat ihren richtigen Sieger. ... Die Spanier feierten den Triumph der Ästhetik, auch im Ernst-Happel-Stadion wichen sie nicht von ihrer Linie ab. Das sprach für sie, ihre Klasse und ihr Selbstvertrauen. ... Sie hatten

alle Gruppenspiele gewonnen, sie gewannen Viertel- und Halbfinal ohne Gegentor. ... Die Deutschen hatten nur auf den Tribünen die Oberhand. Auf dem Platz hingegen sahen sie manchmal verloren aus, als habe der Gegner einen Spieler mehr.»

Blick: «Viva Espana! Tooorres. Der Erfolg der «Furia roja» war verdient. Im Final. Im gesamten Turnier. Spanien hat alle Spiele gewonnen. Das ist in der Geschichte der Europameisterschaft zuletzt Frankreich gelungen. Mit einem Finalsieg gegen... Spanien.»

Berner Zeitung: «Torres erfüllt Spanien den grossen Traum. Dank einer begeisernden Leistung, deren einziger Makel die Chancenauswertung war, setzten sich die Spanier im Endspiel gegen Deutschland hochverdient durch. ... Es war in Anbetracht der grossen Klasse nur eine Frage der Zeit, bis Spanien zum Jubel ansetzen durfte. Diesmal hielt es von A bis Z durch -- auch dank Torres, dem Mann des Spiels, der den Wiener Walzer nach Belieben tanzte und von der deutschen Verteidigung nie zu stoppen war. ... Deutschland hatte viel Willen zu bieten, fand aber gegen die grosse

spielerische Qualität des Gegners kein geeignetes Mittel.»

Mittelland-Zeitung: «Ein würdiger, ein grosser Europameister. Spanien setzte einem fussballerisch guten Turnier mit dem Finalsieg gegen Deutschland die Krone auf. ... Die in allen Belangen stilsicheren und überzeugenden Spanier sind der hochverdiente, der richtige Sieger. ... Bitter endete diese Europameisterschaft für Deutschland. Allerdings hat das Team aus seinen derzeit beschränkten Möglichkeiten das Optimum herausgeholt.»

St. Galler Tagblatt: «Mit Tiqui-Taca zum Triumph. Die Equipe des 70-jährigen Luis Aragones war nicht nur die konstanteste Mannschaft des Turniers, sondern zeigte auch den modernsten Fussball. Im Vergleich zu anderen Teams waren die Spanier nicht von einzelnen Spielern abhängig. ... Die Spieler stellten ihre persönlichen Interessen in den Hintergrund.»

Neue Luzerner Zeitung: «Spanien schreibt das Sommermärchen. Heute geht die Gleichung des Engländers Gary Lineker nicht auf. Heute ist Fussball das Spiel, bei dem die Deutschen verlieren.»

Basler Zeitung: «Ein Triumph der Klasse. Der Finalsieg war ein Erfolg des spanischen Kollektivs, aber auch geprägt von einigen grandiosen Individualisten. ... Die deutsche Mannschaft war zu keiner überzeugenden Reaktion fähig.»

veröffentlicht: 1. Januar 2000 00:00
aktualisiert: 12. Juni 2015 05:20
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