Avast hat sensible Nutzer-Daten verkauft

28. Januar 2020, 17:34 Uhr
Antiviren-Programm-Hersteller sammelt mit Tochterfirma Daten und verhandelt mit Google und Microsoft
© Avast Software
Antiviren-Programm-Hersteller sammelt mit Tochterfirma Daten und verhandelt mit Google und Microsoft

Ein Datenskandal rechtzeitig zum Europäischen Datenschutztag: Avast habe mit einer Tochterfirma massenweise Browser-Daten gesammelt und anschliessend verkauft. Unter anderem an Google und Microsoft.

Jährlich am 28. Januar findet der Europäischer Datenschutztag statt. Den Aktionstag hat der Europarat ins Leben gerufen, um die Bürger für den Datenschutz zu sensibilisieren. Wie gerufen decken die Magazine Vice und PCmag einen Datenskandal auf. Die tschechische Softwarefirma Avast bietet kostenlose und kommerzielle Antivirenprogramme an. Über die Tochterfirma «Jumpshot» habe Avast Browser-Daten ihrer Nutzer verkauft.

Google und Microsoft unter Käufern

Jumpshot habe unter anderem folgende Daten verkauft: Google-Suchanfragen, GPS-Koordinaten von Google Maps, angesehene Youtube-Videos aber auch besuchte Porno-Seiten. Personenbezogene Daten wie Name oder Adresse seien zwar nicht gesammelt worden – aber durch die Software-Geräte-ID und Standortdaten könnte man die Person leicht identifizieren.

Zu den Käufern gehören unter anderem: Google, Microsoft, Yelp oder Pepsi.

Über Software direkt gesammelt

Schon im Oktober 2018 hat der Adblock-Plus-Gründer, Wladimir Palant, in einem Blogbeitrag aufgedeckt, dass Avast mit eigener Browser-Erweiterung Daten sammelt. Firefox, Google und Opera reagierten, indem sie die Erweiterung aussperrten.

Laut Vice würde die Erweiterung keine Daten mehr erfassen, dafür aber die Avast-Software. Dazu seien die Nutzer per Pop-up-Fenster benachrichtigt worden. Betroffene hätten der Datenerhebung zugestimmt, aber von einem Verkauf sei nichts gestanden.

Von Jumpshot selbst kommt die Aussage, dass «jede Suche, jeder Klick, jeder Kauf auf jeder Webseite» verfolgt werde.

veröffentlicht: 28. Januar 2020 17:29
aktualisiert: 28. Januar 2020 17:34