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Betreuer für Travolta-Sohn waren unqualifiziert

12. Juni 2015, 06:25 Uhr

Nach dem Tod von Jett Travolta hat die Polizei einen seiner beiden Betreuer verhört. Jeff Kathrein war der Letzte, der den 16-jährigen Sohn von John Travolta lebend gesehen hat. Es gibt noch viele ungereimte Fragen. Zum Beispiel, warum sich ein Hochzeitsfotograf um den schwer kranken Jungen kümmerte. Jeff Kathrein soll nach Angaben der Polizei weder eine besondere medizinische Qualifikation noch eine Ausbildung zur Betreuung von Kindern besitzen. Stattdessen sei der 29-Jährige ein ehemaliger Hochzeitsfotograf und Scientology-Mitglied. Erst nach dem Tod des Jungen sei überhaupt öffentlich bekannt geworden, wer sich um den Sohn des Hollywood-Schauspielers kümmerte, der seit seiner Kindheit ständige Betreuung benötigte. Bislang galt Kathrein bloss als enger Freund der Familie. „Jeff kennt John seit Jahren. Ich glaube, sie haben sich durch Scientology kennen gelernt. Die beiden sind viel miteinander gereist. Als Jeff schliesslich seine Frau kennen lernte, waren die beiden auch mit John und Kelly unterwegs“, sagte ein Freund.

Die vermutete Todesursache des Jungen sei zwar unstrittig, teilte die Polizei weiter mit. Trotzdem werde der Fall weiter untersucht. Vor allem die genauen Todesumstände und der zeitliche Ablauf der Tragödie sollen rekonstruiert werden. Im Zentrum der Ermittlungen stünden deshalb vor allem die männlichen Betreuer des Jungen. So sei Jeff Kathrein der Letzte gewesen, der den 16-Jährigen lebendig gesehen habe. Ausserdem soll er John Travolta bei den Wiederbelebungsversuchen geholfen haben. Die Ermittlungen hätten ausserdem ergeben, dass Jeff überhaupt nicht richtig für die Betreuung des schwer kranken Kindes ausgebildet gewesen sei. John Travolta und seine Ehefrau Kelly Preston hatten zwei Betreuer angestellt, die sich rund um die Uhr um ihren Sohn kümmern sollten. Neben Jeff sei noch ein weiterer Mann namens Eli dafür zuständig gewesen. Die beiden hätten während des Bahama-Urlaubs ein Apartment im Erdgeschoss bewohnt, das durch Türen mit Jetts Zimmer verbunden gewesen sei. Den Anwälten von Travolta zufolge wurde der Travolta-Sohn zudem per Babyfon überwacht.

An Neujahr habe die Familie einen „faulen Tag“ verbracht. John Travolta habe dem Jungen gegen sechs Uhr abends einen Gute-Nacht-Kuss gegeben. Das letzte Mal hat Jett Travolta der Polizei zufolge gegen 23:30 Uhr mit seinen Betreuern Kontakt gehabt. Deshalb stelle sich auch die Frage, wie lange der Junge krampfend auf dem Badezimmerfussboden gelegen habe, bevor ihn John Travolta am nächsten Morgen fand. Im Rückschluss wäre eine Zeitspanne von bis zehn Stunden denkbar, in der der 16-Jährige unbeaufsichtigt war. Der Junge soll nach den Wiederbelebungsversuchen in den Armen seines Vaters gestorben sein. Ein Mitglied des Notarzt-Teams, das zu dem bewusstlosen Jungen in die Villa gerufen wurde, beschrieb die Szene im Krankenwagen: „John hielt seine Hand und sagte: ‚Los, Jett. Komm zu Dir!’“, berichtet der Notarzt. Kelly dagegen soll die Hand ihres Sohnes gerieben und weinend gebettelt haben: „Los, Jett, los!“

veröffentlicht: 1. Januar 2000 00:00
aktualisiert: 12. Juni 2015 06:25