Britische Regierung veröffentlicht Ufo-Bericht

12. Juni 2015, 04:25 Uhr

"Ufos existieren - es ist offiziell!", heisst es auf der Website des britischen Verteidigungsministeriums. Jahrelang mussten die Bewohner des Inselreichs auf diese Nachricht warten. Jetzt wurde sie offiziell veröffentlicht: Es gibt Ufos - allerdings nur als Resultat natürlicher Phänomene oder menschlichen Wirkens, wie das Ministerium verschmitzt hinzufügt.

Daran überrascht zunächst wenig - ausser vielleicht, dass in Grossbritannien selbst die Beamten wissen, wie man Überschriften macht. Ein wenig erstaunlicher ist schon, dass das Londoner Verteidigungsministerium vier Jahre lang in Archiven wühlen und mehr als 10’000 Zeugenaussagen analysieren liess, um dieses Ergebnis zu produzieren. Von 1996 bis 2000 haben die Rechercheure die Ufo-Berichte der vergangenen 30 Jahre ausgewertet. Am Ende kamen sie nicht nur zu dem Schluss, dass über Grossbritannien keine einzige echte fliegende Untertasse unterwegs war. Die Enttäuschung geht gar noch tiefer, auch Anzeichen für „militärisch relevante Technologien“ habe man in den Ufo-Berichten vergebens gesucht, hiess es.

Bei den gemeldeten Ufo-Sichtungen handele es sich in der Mehrzahl der Fälle um „bunte Lichter, manchmal Formen“, so der Bericht. Deshalb spreche man im Übrigen auch von „Unidentifizierten Luftphänomenen“. Denn Objekte seien ja nicht immer im Spiel, da Anrufer auch von Geräuschen oder gar Gerüchen in Verbindung mit ausserirdischen Besuchern berichtet hätten.

Die mehreren hundert Briten pro Jahr, die eine Ufo-Sichtung meldeten, seien „meist ehrlich“. Meistens fielen sie auf Naturphänomene oder normale Flugzeuge herein. Gleichzeitig berichtete das Verteidigungsministerium über „elektrische, elektromagnetische oder magnetische“ Felder und farbige Gaswolken in der Luft, deren Entstehung „nicht vollständig geklärt“ sei. Es gebe jedoch keinen Hinweis darauf, dass diese Flugzeuge oder deren Besatzungen gefährden könnten.

Der Bericht wurde lange geheim gehalten - nicht etwa wegen seines Ergebnisses, sondern weil er nach Angaben des Ministeriums Details über die britische Luftverteidigung enthält. Das Gesetz zur Informationsfreiheit habe aber nunmehr die Freigabe des Berichts bewirkt.

veröffentlicht: 1. Januar 2000 00:00
aktualisiert: 12. Juni 2015 04:25