Die erste Gans war zäh

11. November 2015, 21:11 Uhr
Gansabhauet in Sursee zieht Zuschauer in seinen Bann

Bei prächtigstem Herbstwetter fand am Mittwoch, 11. November 2015, in Sursee der traditionelle Gansabhauet statt. Wie jedes Jahr am Martinstag zog das aussergewöhnliche Brauchtum wiederum tausende Schaulustige an. 

Insgesamt zeigten sich dieses Jahr 106 Personen willig, als Schläger am Gansabhauet teilzunehmen. Angemeldet hatten sich 95 Männer und 11 Frauen. Zum begehrten Schlag kamen dieses Jahr aber lediglich die ersten 17 aller gemeldeten Schläger. Über die Reihenfolge entschied wie üblich das Los.

Gekleidet in einen roten Umhang, ausgerüstet mit einem stumpfen Dragonersäbel und die Augen hinter einer goldenen Sonnenmaske verbunden, versuchten sich die ersten zwölf Schläger an der toten Gans. Jedem von ihnen stand nur ein einziger Hieb zur Verfügung. Vorsichtig prüften die Schläger den Hals der toten Gans, bevor sie zum Hieb ausholten. Mit jedem misslungenen Hieb stieg die Spannung etwas mehr. Erst der 13. Teilnehmer bewies ein glückliches Händlein. Mit einem geübten Schlag holte sich Christian Fries aus Triengen die Gans. Schon im Vorjahr sicherte sich der 31-jährige Trienger die Gans. "Auch wenn es sicher noch ein bisschen Glück braucht: Die Technik ist entscheidend", erklärte Christian Fries gegenüber Radio Pilatus. Er werde die Gans zusammen mit Freunden vom Turnverein verspeisen, schob der glückliche Sieger nach. Mit bisher vier Gänsen an 5 Gansabhaueten gehört der junge Mann wohl auch im nächsten Jahr zu den Top-Favoriten.

Weniger lang an der Leine hing die zweite Gans. Sie wurde schon vom vierten Schläger, Franz Amrein aus Oberkirch, heruntergeschlagen. "Das ist ein wunderbares Gefühl", freute sich der siegreiche 39-Jährige, der vor 15 Jahren zum allerersten Mal teilgenommen hatte. 

Neben der Hauptattraktion erfeuten sich die Kinder und Jugendlichen am Stangenklettern, Sackhüpfen und Grimassenschneiden. Mit dem "Räbeliechtli"-Umzug kurz nach den Eindunkeln fand der offizielle Teil der Gansabhauet ein stimmungsvolles Ende. In den Gaststätten ging der Anlass bis spät nach Mitternacht weiter. Auf den Speisekarten fanden sich wie immer am Gansabhauet - wen wundert es - viele köstliche Gänsespezialitäten.

Das war sie: Die Gansabhauet 2015

Gansabhauet 2015: In Sursee wird die Tradition gelebt

veröffentlicht: 11. November 2015 18:35
aktualisiert: 11. November 2015 21:11