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Dustin Hoffman feiert heute seinen 70.Geburtstag

Dustin Hoffman feiert heute seinen 70.Geburtstag

12.06.2015, 03:35 Uhr
· Online seit 01.01.2000, 00:00 Uhr
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Dustin Hoffman, der am 8. August seinen 70.Geburtstag feiert, hat sein Schauspielerherz an Verlierertypen verloren. Er mag Figuren, die nicht von vornherein auf der Gewinnerstrasse stehen, die sich in der Gesellschaft erst nach grössten Bemühungen zurechtfinden oder es mitunter vergeblich versuchen. Hoffman verkörpert sie mit einer erstaunlichen psychologischen Glaubwürdigkeit und Emotionalität – als tragische Gestalt wie seinen William Loman in Volker Schlöndorffs Verfilmung von „Tod eines Handlungsreisenden“ (1985) oder komisch wie seinen arbeitslosen Schauspieler in Sydney Pollacks Travestiekomödie „Tootsie“ (1982).

Ursprünglich hatte der in Los Angeles geborene zweifache Oscar-Preisträger, dessen Eltern ihn nach dem Stummfilm-Cowboy Dustin Farnum tauften, Pianist werden wollen. 1956 brach er die Ausbildung jedoch ab und wechselte an eine Schauspielschule. Während des Studiums in New York teilte er sich zeitweilig ein Apartment mit Gene Hackman und Robert Duvall. Der Erfolg liess allerdings auf sich warten.

„Bis zu meinem 31. Lebensjahr lebte ich unterhalb der offiziellen amerikanischen Armutsgrenze“, gestand Hoffman einmal in einem Interview. Der Durchbruch gelang ihm schliesslich mit „Die Reifeprüfung“ (1967). Mike Nichols Gesellschaftssatire, inzwischen ein Klassiker des US-Kinos der 60er-Jahre, brachte Hoffman die erste Oscar-Nominierung ein. Zwei Jahre später brillierte der nur 1,69 Meter grosse Hoffman in dem Western „Little Big Man“. Seinen ersten Oscar bekam er 1980 für die Darstellung des alleinerziehenden Vaters in dem Scheidungsdrama „Kramer gegen Kramer“.

Hoffman ist weder der typische Schönling für eine romantische Liebesgeschichte noch der klassische Held für einen Actionfilm. Das mag dazu beigetragen haben, dass er sich zu einem der wandlungsfähigsten Schauspieler seiner Generation entwickeln konnte – mit einem Hang zum Perfektionismus.

Privat sei er ein „furchtbar unordentlicher Mensch“, so der Schauspieler über sich selbst. Im Beruf jedoch ist Hoffman akribisch. Auf manche seiner Rollen bereitete er sich mehrere Monate lang vor, so etwa für die Verkörperung eines Autisten in Barry Levinsons „Rain Man“ (1988). Über ein Jahr trainierte er mit Psychiatern und Betroffenen und wurde für die Mühen schliesslich mit einem Oscar belohnt. Um den schleppenden Gang des hinkenden Kleinganoven in „Asphalt Cowboys“ (1968) glaubhaft darstellen zu können, legte er sich Kieselsteine in die Schule. Für seine Rolle in „Der Marathon-Mann“ (1976) hielt er sich tagelang wach, um den Schlafentzug seines Filmcharakters überzeugend auszudrücken.

Seine Rollen hat Hoffman stets mit Bedacht ausgewählt, was bisweilen lange Pausen zwischen den einzelnen Filmen erklärt. „Meine Frau hat mir geraten, etwas lockerer in der Auswahl meiner Rollen zu sein“, verriet Hoffman anlässlich von „I Heart Huckabees“ (2004). Früher habe er „sehr strenge, vielleicht überstrenge Kriterien“ angelegt. Zuletzt war er in Tom Tykers „Das Parfüm“ und in „Schräger als Fiktion“ (beide 2006) in den Kinos zu sehen.

Ans Aufhören denkt er noch lange nicht. „Was für eine frustrierende Vorstellung!“, sagt Hoffman. „Nur Menschen, die einen Job machen, gehen in Rente. Künstler hingegen lieben ihre Arbeit und betrachten sie als Berufung."

veröffentlicht: 1. Januar 2000 00:00
aktualisiert: 12. Juni 2015 03:35

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