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Eiffelturm kriegt Konkurrenz

Eiffelturm kriegt Konkurrenz

12.06.2015, 05:10 Uhr
· Online seit 01.01.2000, 00:00 Uhr
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Das Projekt von Jean Nouvel war bei einer Ausschreibung unter den Modellen mehrerer hochkarätiger Architekten ausgewählt und gestern der Presse vorgestellt worden. Im Vergleich zu den anderen, viel futuristischer anmutenden Entwürfen des Amerikaners Daniel Libeskind, des Briten Norman Foster und der beiden französischen Landsleute Jean-Michel Wilmotte und Jacques Ferrier wirkt Nouvels Hochhaus aus vier aufeinandergeschichteten Glasquadern fast klassisch. Seine einzige sofort auffallende Originalität besteht in der Innenbeleuchtung, die den Turm in ein Lichtsignal verwandelt, die manche an eine Verkehrsampel erinnern könnte.

Wie dies im Pflichtenheft ausdrücklich verlangt wurde, soll der Bau den umweltgerechten Anforderungen der nachhaltigen Entwicklung entsprechen. So ist „nur“ die Hälfte der 140’000 Quadratmeter Fläche für Büros vorgesehen, den Rest teilen sich Hotels, Restaurants, Geschäfte und Wohnungen. Der „Signal-Turm“, der seinen Standort gleich neben dem bisherigen Wahrzeichen am westlichen Stadtrand, der Arche de la Défense, bekommt, soll nämlich im Büroviertel La Défense, das nach den Bürozeiten praktisch ausgestorben ist, auch Standards für eine neue Lebensqualität setzen.

Mit einer Höhe von 301 Metern wird Nouvels Werk indes nicht mit den Dimensionen von anderen Wolkenkratzern wetteifern können, die derzeit bereits im Bau sind und die wie in Dubai, Chicago oder Moskau in schwindelnde Höhen von 600 oder 800 Meter aufragen. Umstritten ist weiterhin das Vorhaben, auch in Paris, wo die Gebäude der Innenstadt sieben Stockwerke nicht übersteigen dürfen, an der Peripherie neue Hochhäuser zu bauen.

Der Präsident der Region Ile de France, Patrick Devedjian, sprach vom „kühnsten Architekturprojekt seit der Konstruktion des Eiffelturms vor mehr als hundert Jahren“. Das bisher unumstrittene Pariser Wahrzeichen ragt jedoch weiterhin 23 Meter höher in den Himmel. Der neue Glasriegel mit 71 Stockwerken wird aber immerhin das bislang grösste Pariser Bürogebäude, die Tour Montparnasse, um knapp hundert Meter übertreffen.

veröffentlicht: 1. Januar 2000 00:00
aktualisiert: 12. Juni 2015 05:10

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