Früher waren Klimaveränderungen regional

25.07.2019, 07:53 Uhr
· Online seit 24.07.2019, 20:27 Uhr
Berner Forscher nehmen Klimaskeptikern den Wind aus den Segeln
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Berner Wissenschaftler haben einem der gängigsten Argumente gegen den menschengemachten Klimawandel den Wind aus den Segeln genommen. Der aktuelle Temperaturanstieg unterscheidet sich in einem wesentlichen Punkt von denen in früheren Epochen: Er ist nicht regional begrenzt.

Klimaschwankungen gab es auch schon früher, heisst es oft mit Verweis auf die Kleine Eiszeit oder die Mittelalterliche Warmzeit in den vergangenen Jahrhunderten. Insofern sei die jüngste Klimaerwärmung eine natürliche Erscheinung und nichts Alarmierendes.

Das Team um Raphael Neukom von der Universität Bern verweist im Journal "Nature" nun aber auf einen erheblichen Unterschied: Ausserhalb des derzeitigen rapiden Temperaturanstiegs hätten Klimaschwankungen in den vergangenen zwei Jahrtausenden nie auf der ganzen Welt gleichzeitig stattgefunden.

Wärmste Periode auf 98 Prozent der Erde

Als ein Beispiel nennen die Autoren die Kleine Eiszeit vom 15. bis 19. Jahrhundert. Im 15. Jahrhundert hätten die tiefsten Temperaturen im Zentral- und Ostpazifik geherrscht, im 17. Jahrhundert in Nordwesteuropa und dem südöstlichen Nordamerika und im 19. Jahrhundert in anderen Weltregionen. "Im Gegensatz dazu sehen wir, dass die wärmste Periode der vergangenen zwei Jahrtausende im 20. Jahrhundert auf 98 Prozent der Erde stattfand", schreiben sie.

Der Geografieprofessor Scott George von der Universität Minnesota (USA) resümiert in einem zugehörigen Kommentar: "Die gängige Maxime, dass das Klima sich immer ändert, stimmt mit Sicherheit. Aber selbst, wenn wir in unserer Perspektive bis in die frühen Tage der Römischen Kaiserzeit zurückgehen, können wir kein Ereignis erkennen, das in Grad oder Ausmass der Erwärmung der vergangenen Jahrzehnte auch nur annähernd entspricht."

(Quelle: sda)

veröffentlicht: 24. Juli 2019 20:27
aktualisiert: 25. Juli 2019 07:53

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