Magermodels schon bald passé?

27. September 2018, 16:59 Uhr
Zwei französische Moderiesen beschliessen gemeinsame Charta
© Radio Pilatus AG / Tele 1 AG
Zwei französische Moderiesen beschliessen gemeinsame Charta

Moderiesen LVMH und Kering haben eine gemeinsame Charta gegen Magermodels beschlossen. Verlangt werden auch medizinische Zeugnisse.

Die französischen Modereisen LVMH und Kering wollen Magermodels und sehr junge Models vom Laufsteg verbannen. Sie veröffentlichten dazu eine gemeinsame Charta. Das am Mittwoch vor der New Yorker Fashion Week veröffentlichte Dokument schreibt es den Marken der beiden Konzerne - unter anderem Gucci, Saint Laurent, Vuitton und Dior - vor, zukünftig keine Models mehr mit der Konfektionsgrösse 32 zu beschäftigen. Castingagenturen sollen weibliche Models erst ab der französischen Konfektionsgrösse 34 auswählen, Männermodels sollen mindestens Kleidergrösse 44 haben. Mit dieser Massnahme reagieren die beiden Grosskonzerne auf Kritik an häufig sehr dünnen Models.

Verlangt werden auch medizinische Zeugnisse

Weiter müssen Models zukünftig auch medizinische Bescheinigungen vorlegen, die zum Zeitpunkt des Shootings oder einer Modeschau weniger als sechs Monate alt sein müssen. Diese Zeugnisse sollen festhalten, dass ein Model bei guter Gesundheit und arbeitsfähig ist.

Seit Mai gibt es in Frankreich neue rechtliche Vorgaben im Kampf gegen Magermodels. Verlangt wird insbesondere ein Gesundheitszeugnis mit dem Body-Mass-Index. Die Bescheinigungen müssen alle zwei Jahre erneuert werden. Die Charta von LVMH und Kering geht in dieser Hinsicht über die gesetzlichen Vorgaben hinaus.

veröffentlicht: 6. September 2017 18:25
aktualisiert: 27. September 2018 16:59