Oberkirch: Knatsch um Projekt «Üsi Sore»

29. Januar 2020, 19:59 Uhr
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Anwohner reden von einem Verbrechen

In Oberkirch (LU) entlang der Sure wurden 140 Bäume gefällt. Das Revitalisierungsprojekt des Kantons «Üsi Sore» heissen jedoch viele Anwohner nicht gut. Für sie ist das Projekt ein Verbrechen und eine Schande. Für die Projektverantwortlichen war das Fällen der Bäume aber nötig.

Mit einem Plakat mit der Aufschrift: «Hier werden für die Biodiversität wichtige Bäume gefällt! […] Danke dem Gemeinderat und seinem Gefolge!» will der Landwirt David Brunner die Bevölkerung darauf aufmerksam machen, dass er und andere Anwohner dieses Projekt nicht gutheissen. Dass 140 Bäume gefällt wurden, kann er nicht verstehen: «Diese Bäume waren wichtig für die Biodiversität und die meisten waren gesund.»

Auch andere Anwohner äussern sich klar negativ zu den gefällten Bäumen. Aussagen wie «es ist ein Verbrechen» oder «das ist eine Schande» sind zu hören. Für sie ist das Projekt ein Eingriff in die Natur.

Biodiversität soll vergrössert werden

Anders tönt es von Seite des Kantons Luzern. «Die 140 Bäume mussten gefällt werden, damit wir das Flussbett entlasten können», erklärt Urs Zehnder, Leiter Abteilung Naturgefahren. Das Projekt solle die Biodiversität vergrössern und das Gebiet für Spaziergänger attraktiver machen. Er fügt an: «Wir wollen der Natur keineswegs schaden, wir wollen sie verbessern.» Für die Spaziergänger werde der Weg besser sein. Der Druck des Gewässers wird abnehmen und man wird besseren Zugang zum Gewässer haben.

Mit der eigentlichen Revitalisierung soll im April gestartet werden. Ab Dezember 2020 sollen dann die Anpflanzung und die Begrünung folgen. Das ganze Projekt soll im Sommer 2021 beendet sein.

veröffentlicht: 29. Januar 2020 19:59
aktualisiert: 29. Januar 2020 19:59