Stadt & Kanton Luzern wollen «Weniger Stau - Mehr Mobilität»

4. März 2016, 17:41 Uhr
Zwei Verkehrskonzepte sollen langfristig Entlastung bringen
© Kanton Luzern
Zwei Verkehrskonzepte sollen langfristig Entlastung bringen

Mit den beiden Projekten "Gesamtverkehrskonzept Agglomerationszentrum Luzern" und "Agglomerationsprogramm Luzern" will die Stadt und der Kanton Luzern die Verkehrs- und Siedlungsproblematik vorbeugen. Vernetzte Massnahmen sollen dazu führen, dass künftig Verkehr, Bevölkerungswachstum und die steigende Mobilität reibungslos miteinander funktionieren.

Gesamtverkehrskonzept Agglomerationszentrum Luzern

Damit wollen die Stadt Luzern, der Kanton Luzern, der Verkehrsverbund Luzern und der Regionale Entwicklungsträger LuzernPlus den Autoverkehr zu den Hauptverkehrszeiten flüssiger machen und mit einem Ausbau sowie der Bevorzugung des öffentlichen Verkehrs die zu erwartende Zunahme der Mobilität bewältigen. Damit soll insbesondere die Erreichbarkeit Luzerns verbessert und der Wirtschaftsstandort gestärkt werden.

Die von Wirtschaftskreisen sowie vom Touring Club Schweiz vorgeschlagene Idee eines Gross-kreisels Bahnhofplatz–Pilatusplatz–Paulusplatz–Bundesplatz–Bahnhofplatz wird nicht weiter verfolgt. Die Analyse hat ergeben, dass ein solcher Grosskreisel zwar funktionieren, aber keine Verbesserungen für den Autoverkehr bringen würde. Die Autofahrenden müssten Umwege in Kauf nehmen, ohne dass der Verkehr flüssiger werden würde. Zudem wäre mit einer Zunahme des Verkehrs im Hirschmattquartier zu rechnen, da dieses als Abkürzung genutzt würde. Auch für den Fuss- und Veloverkehr hätte der Grosskreisel Nachteile. So müssten zum Beispiel in der Bundesstrasse zusätzliche Lichtsignalanlagen für Fussgängerinnen und Fussgänger installiert oder die Zentralstrasse für Velofahrende gesperrt werden. Hinzu kommt, dass die Kosten für die Umgestaltung der Kreuzungen und für zusätzliche Lichtsignalanlagen mit 10 Mio. Franken relativ hoch wären.

Agglomerationsprogramm Luzern

Das Agglomerationsprogramm Luzern (AP LU) packt mit vernetzten Massnahmen die Verkehrs- und Siedlungsprobleme der Agglomeration an. Es koordiniert die weitere Siedlungsentwicklung, verbessert in der Stadt und den umliegenden Gemeinden den Verkehrsfluss, fördert das Umsteigen auf den öffentlichen Verkehr, trägt zur Wirtschaftsentwicklung bei und schont die Umwelt. Für das Mitte 2012 dem Bund eingereichte AP LU der zweiten Generation wurde vor kurzem die Leistungsvereinbarung unterzeichnet. Festgehalten sind darin die Massnahmen mit Realisierungsbeginn von 2015 bis 2018 sowie die Unterstützung des Bundes mit Beiträgen von 35 Prozent.

Nun geht dieses Programm ab 2019 bereits in die dritte Runde. Die zentralen Punkte darin sind insbesondere die Ausarbeitung eines Fernbus-Terminals. Damit sollen künftig Busse ab Luzern ins nahe und ferne Ausland fahren. Weiter steht natürlich auch der Tiefbahnhof Luzern auf der Projektliste wie auch eine neues Bus-Depot der VBL. Wo ein solches Depot hinkommen sollte, sei jedoch heute noch nicht bekannt.

Konzepte zum Agglomerationszentrum Luzern

veröffentlicht: 4. März 2016 16:30
aktualisiert: 4. März 2016 17:41