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Vernetzt: Amazon landet den Marketinggag des Jahres

Vernetzt: Amazon landet den Marketinggag des Jahres

12.06.2015, 13:05 Uhr
· Online seit 03.12.2013, 15:01 Uhr
Warum der Drohnen Lieferservice nie richtig fliegen wird
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Amazon hat mit der Ankündigung, an einem Drohnen-Lieferservice zu arbeiten, weltweit Schlagzeilen gemacht. Dies just perfekt zum Weihnachtsgeschäft. Das ist kein Zufall. Jeff Bezos Ankündigung ist der perfekt getimte Marketing-Gag des Jahres.

So ambitiös das Projekt auch ist, es wird mit grösster Wahrscheinlichkeit scheitern. Das weiss wohl auch Jeff Bezos - aber das ist ihm natürlich egal. Er hat eine Schlagzeile, welche um die Welt geht.

Das die Drohenzustellung sowohl in den USA als auch in der Schweiz auf gesetzliche Hürden stossen würde, ist dabei noch das kleinste Problem. Gesetze lassen sich ja ändern. Aber da ist die Reichweite: 16 Kilometer ist nicht grade viel. Insofern auch, weil ja Amazon ja auf sehr zentralisierte Lager setzt. Auch eine allfällige - kurzfristig eher unrealistische - Reichweitensteigerung auf 100 Kilometer, würde daran nicht sehr viel ändern.

Dann ist das Problem der Zustellung: Wo soll die Drohne das Paket abliefern? In den Vorgarten? In der Stadt fliegt sie durch das offene Fenster des Kunden? Gut, selbstverständlich könnte man eine Art Briefkasten auf dem Dach installieren, in welche die Drohnen ihre Lieferungen werfen könnten. Das solche in den nächsten Jahren (Jeff Bezos) flächendeckend installiert werden, ist allerdings eher unrealistisch. Zumal ja noch nicht einmal eine solche Box entwickelt worden ist.

Dann machen solche Kopter ziemlich viel Lärm, obwohl sie mit Elektromotoren angetrieben werden. Aber die kleinen Propeller surren ziemlich nervig in der Luft. Solange alle 3 Wochen eine Amazon-Drohne vorbeifliegt ist das noch kein Problem. Aber es wäre ja anzunehmen, dass das Geschäftsmodell kopiert würde und uns nonstop Drohnen über die Köpfe fliegen. Das würde von der Bevölkerung nicht toleriert und die Gesetzgeber würden das wieder verbieten.

Dann ist da die Nutzlast: 2.5 Kilogramm sind eher bescheiden. Also das Drohnen-Vertriebsnetz käme nur für kleine, leichte Artikel in Frage. Aber dann braucht man immer noch einen zweiten Vertriebsweg. Das alles verursacht Kosten. Kaum denkbar, dass Amazon sich diesen Luxus leisten will.

Drohnen und Kopter können äusserst nützlich sein. Für Flugfotos, Videoaufnahmen aus ungewöhnlichen Perspektiven oder auch in der Wissenschaft sind sie weit verbreitet. Es lassen sich ganze Fusballstadien überwachen mit Koptern. Man kann mit Drohnen Wärmebilder machen von einem Quartier - um zu sehen, welche Häuser besser isoliert werden sollten. Es gibt viele Einsatzgebiete, wo Drohnen und Kopter äusserst nützlich sind. Den Paketservice werden sie in den nächsten 30 Jahren aber kaum übernehmen. Trotz Amazon.

8. März 2020 - 18:15

Vernetzt 03.12. - Päckliservice mit Drohne

veröffentlicht: 3. Dezember 2013 15:01
aktualisiert: 12. Juni 2015 13:05

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