Vernetzt: Auch verschlüsselte Mails sind in den USA nicht mehr sicher

12. Juni 2015, 12:55 Uhr
So machst du deine Daten sicherer
© NSA
So machst du deine Daten sicherer

Fast täglich gibt es neue Enthüllungen rund um die Überwachungswut der NSA (und wohl auch anderen Nachrichtendiensten). Letzte Woche zum Beispiel hat Lavabit seine Dienste eingestellt. Lavabit war ein Spezialist für die Verschlüsselung von E-Mails. Unter anderem nutzte Edward Snowden diesen Dienst. Der Besitzer von Lavabit, Ladar Levinson, schreibt auf der Webseite, er habe sich nach langer Überlegung zur Einstellung seines Dienstes entschieden. Entweder er kehre «fast zehn Jahren harter Arbeit» den Rücken oder er werde zum Komplizen «von Verbrechen gegen das amerikanische Volk». Es ist also davon auszugehen, dass wer in den USA nach wie vor verschlüsselte E-Mail Dienste anbietet, in irgend einer Form mit den Behörden zusammenarbeitet.

Hauptproblem für die Schweiz: Wirtschaftsspionage
Natürlich wird immer beteuert, dass das flächendeckende Mitlesen der Terrorabwehr dient. Aber wer stellt sicher, dass die Pläne von Schweizer High-Tech Firmen nicht bei der amerikanischen Konkurrenz landen? Die neuen Forschungsergebnisse eines Schweizer Pharma-Unternehmens nicht einer Konkurrenzfirma im Ausland zugespielt werden. Bei der Anzahl Leuten, die offenbar auf die Daten zugreifen können, kein unrealistisches Szenario. Damit lässt sich schliesslich viel Geld verdienen. Schweizer Firmen investieren denn auch Millionenbeträge, um ihre Daten sicherer zu machen. Der eifrige Ingenieur, welche ein paar Pläne auf seine Dropbox lädt, um am Wochenende zu Hause daran weiterzuarbeiten, macht diese Bemühungen schnell zunichte.

So macht man seine Daten etwas sicherer:

E-Mails

E-Mail sind per se sehr unsicher. Die kann eigentlich jeder mitlesen. Wer nicht will, dass die NSA mitliest, setzt auf einen Schweizer E-Mail Provider statt Gmail oder Microsoft. Wer seine E-Mails oder Files verschlüsseln will, findet bei Gpg4win (Windows) oder GPGTools (Mac) die nötigen Tools.

Threema statt SMS und What's App

Die Sicherheitslücken von What's App sind regelmässig Thema in den Medien. Es gibt kaum eine intransparentere Firma als die Betreiberin von What's App. Immer wieder raten Experten von diesem Dienst ab. Aber auch herkömmliche SMS sind alles andere sicher. Als sichere Alternative bietet sich der Schweizer Messenger Dienst Threema an. Dieser bietet eine sehr hohe Sicherheit, nachdem zwei Smartphones einen Schlüssel direkt ausgetauscht haben. Die Nachrichten werden dann noch vor dem Senden auf dem Smartphone entschlüsselt und können wirklich nur vom Empfänger wieder entziffert werden. Allerdings muss man wohl zuerst seinen Freundeskreis von der Installation der App überzeugen.

Wuala statt Dropbox

Dropbox lagert die Files der Benutzer unverschlüsselt bei der US-Firma Amazon. Eine sicherere Alternative bietet der von der ETH Zürich entwickelte Cloud-Speicher Wuala. Bei diesem werden die Daten vor dem hochladen mit einem persönlichen Schlüssel verschlüsselt und nur in Europa (Schweiz, Frankreich, Deutschland) gelagert. Inwzischen ist Wuala auch ähnlich komfortabel wie Dropbox. Auch eine App für iOS und Android ist im Angebot.

Grundsätzlich gilt: Zweimal überlegen, was man wo wie speichert und wem man was wie sendet!

Warum uns der Überwachungsstaat zu interessieren hat, zeigt dieses Video:

Vernetzt 13.08.13

veröffentlicht: 13. August 2013 15:00
aktualisiert: 12. Juni 2015 12:55