TWINT

Falsche Nummer eingetippt – Geld weg?

15. Dezember 2020, 20:14 Uhr
Das Zahlen per Twint ist sehr einfach und unkompliziert mit dem Smartphone möglich.
© Twint
Geld überweisen mit der TWINT-App ist schnell und unkompliziert. Mit wenigen Klicks können Schulden angefordert oder beglichen werden. Doch was geschieht, wenn aus Versehen das Geld an eine falsche Nummer überwiesen wird?

Die TWINT-App wird immer beliebter. Wie das Unternehmen in einer Medienmitteilung schreibt, gibt es in der Schweiz bereits über drei Millionen Nutzer. Geld anfordern oder überweisen geht ganz rasch und einfach. Die Schnelligkeit hat aber auch einen Nachteil: Bereits mehrfach wurden Überweisungen an falsche Kontakte getätigt. Ist das Geld in so einem Fall einfach weg?

Stornierung nicht möglich

Gökhan Filizer (CCOO) von der Firma TWINT meint gegenüber PilatusToday und Tele1, dass dies zwar selten der Fall sei, bei über 100 Millionen TWINT-Transaktionen pro Jahr aber doch manchmal vorkommt. «Es muss viel schief gehen, dass Geld an eine falsche Nummer überwiesen wird», sagt er. Die Kontaktdaten werden vom Smartphone übernommen und die Telefonnummern seien dadurch fast immer korrekt.

Falls jedoch die Telefonnummer gewechselt wird, könne es vorkommen, dass der Kontakt nicht sauber aktualisiert wurde. Manchmal werde die Nummer auch im Stress falsch eingetippt. Falls dann das Geld an die alte oder falsche Nummer überwiesen werde, könne die Überweisung nicht mehr einfach so storniert werden. «Dies würde nicht funktionieren», sagt Filizer und fügt hinzu: «Sonst könnte kein Empfänger einer TWINT-Zahlung mehr sicher sein, den empfangenen Betrag auch wirklich zu erhalten.»

Im Notfall Anzeige erstatten

Er empfiehlt, sich mit der fremden Person in Verbindung zu setzen. Dazu gäbe es eine «Geld anfordern»-Option auf der App oder man könne die Empfängernummer einfach anrufen. Die allermeisten Fälle liessen sich so klären. Gelingt das nicht, so sollte man sich an den Herausgeber der TWINT-App wenden, also an die eigene Bank. Diese kann ebenfalls Kontakt zum Empfänger aufnehmen. Falls diese Person das Geld jedoch nicht zurückerstatten will, gäbe es nur eine Lösung: eine Anzeige bei der Polizei.

Die Staatsanwaltschaft würde diese Anzeige in der Regel gutheissen, meint Filizer. Denn die fremde Person sei zu Unrecht im Besitz des Geldes.

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 15. Dezember 2020 20:14
aktualisiert: 15. Dezember 2020 20:14