St.Gallen

Offene Skigebiete über Weihnachten? «Das wäre ein Wunder»

Laurien Inauen, 17. Dezember 2020, 09:16 Uhr
Der St.Galler Regierungspräsident Bruno Damann sieht Handlungsbedarf in der Coronakrise.
© Keystone
Die Coronalage im Kanton St.Gallen ist laut Regierungspräsident Bruno Damann äusserst ernst. Er will weitere Massnahmen ergreifen – und denkt dabei an geschlossene Restaurants und Skigebiete.

«Die Fallzahlen steigen momentan um zehn bis fünfzehn Prozent pro Woche, das ist viel zu viel.» Bruno Damann, St.Galler Regierungspräsident und Gesundheitschef, sagt am Dienstag gegenüber FM1Today, dass alles dafür unternommen werden müsse, damit die Fallzahlen sinken. «Wir sind schon jetzt auf einem sehr hohen Niveau. Wenn die Zahlen weiter steigen, können wir die Pandemie nicht mehr bewältigen.»

Restaurantschliessungen in der Westschweiz effektvoll

Nachdem der Kanton St.Gallen am Samstag – zusätzlich zu den Bundesmassnahmen – eine Homeoffice-Pflicht und eine erweiterte Quarantäne eingeführt hatte, schwebt Damann (63) für das nächste Massnahmenpaket eine Schliessung der Restaurants vor. «Wir sind uns nicht ganz sicher, ob es dort nicht mehr Ansteckungen gibt als gedacht. Wenn man sich die Westschweiz anschaut, sank der Reproduktionswert deutlich, als dort die Restaurants geschlossen wurden.»

In den nächsten Tagen will sich die Regierung beraten, am Samstag sollen die neuen Massnahmen kommuniziert werden. Einen Tag früher will der Bundesrat seinen Plan für die Weihnachtstage präsentieren. Von einem kompletten Lockdown wollen indes weder der Bund noch der Kanton St.Gallen etwas wissen, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt. «Es gibt kaum Hinweise darauf, dass sich viele Leute in den Geschäften anstecken», sagt der Mediziner Damann, der im November selber positiv auf das Coronavirus getestet wurde.

R-Wert muss deutlich sinken

Bereits vergangene Woche hatte der Kanton St.Gallen angekündigt, den Skigebieten nur eine Bewilligung für die Zeit nach dem 22. Januar zu erteilen, wenn der R-Wert unter 1 sinken würde. Dieser liegt laut der St.Galler Kantonsärztin Danuta Zemp derzeit bei 1,14. Damann: «Es wäre ein kleines Wunder, wenn der Wert in den nächsten Tagen unter 1 fallen würde. Ich glaube wirklich nicht, dass wir den Skigebieten eine Bewilligung erteilen können.»

So haben sich die Fallzahlen im Kanton St.Gallen seit Beginn der Pandemie entwickelt.

© sg.ch/coronavirus

Der Kanton St.Gallen greift den coronageprellten Betrieben aus vordefinierten Branchen (Gastronomie, Hotellerie, Reisen und Tourismus, Märkte und Messen, Freizeit und Veranstaltungen, Tierparks) mit Härtefallgeldern unter die Arme. Hier gibt's die ganze Medienkonferenz zum Nachlesen.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 15. Dezember 2020 18:54
aktualisiert: 17. Dezember 2020 09:16