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Nicht anerkannte Impfstoffe

10'000 Touristen können trotz Zertifikat in der Schweiz nicht ins Restaurant

Martina Birrer, 16. September 2021, 06:01 Uhr
In der Schweiz sind nur zwei Corona-Impfstoffe zugelassen, in Europa und der restlichen Welt deutlich mehr. Dies führt zu einem Durcheinander beim Covid-Zertifikat. Zahlreiche Touristen müssen deshalb in den Ferien in der Schweiz regelmässig zum Corona-Test, obschon sie geimpft sind.
Tourismus Luzern

Aktuell sind in der Schweiz die Impfstoffe von Moderna und Pfizer/BioNTech zugelassen. Der Bund möchte nun, dass sämtliche Impfstoffe, welche in Europa bereits anerkannt sind, auch in der Schweiz anerkannt werden. Somit würden ausländische Touristen, welche mit einem  von der europäischen Zulassungsbehörde anerkannten Impfstoff geimpft wurden, ein gültiges Covid-Zertifikat erhalten. In Europa sind total vier Impfstoffe zugelassen, die Weltgesundheitsorganisation WHO hat jedoch schon sieben Impfstoffe anerkannt. Dementsprechend gibt es Touristen, welche zwar geimpft sind und in die Schweiz einreisen können, ein Covid-Zertifikat erhalten sie jedoch nur, wenn sie sich alle drei Tage testen lassen.

Mehraufwand für die Gäste 

Für Luzern Tourismus ist dies ein grosser Nachteil. Die Zertifikatspflicht an sich finden die Organisation gut, so können sie den Touristen ein sicheres Umfeld garantieren. Die Ungleichheit der zugelassenen Impfstoffe schränkt den Tourismus jedoch stark ein. Betroffen sind Touristen, welche aus Übersee kommen, wie zum Beispiel Asiaten oder Amerikaner. Diese Touristen können zwar in die Schweiz einreisen, ins Museum, Restaurant oder in Wellnessanlagen dürfen sie aber nur, wenn sie sich regelmässig testen lassen. Wie Sibylle Gerardi von Luzern Tourismus sagt, seien laut einer Hochrechnung von Schweiz Tourismus aktuell täglich 7'000 bis 10'000 solche Gäste in der Schweiz.

Für den Schweizer Tourismus bedeute dies eine extreme Benachteiligung gegenüber anderen Länder. Luzern Tourismus rechnet deshalb mit Stornierungen und dass sich Touristen für ein anderes Land entscheiden.

Luzern Tourismus fordert Anerkennung weiterer Impfstoffe

Luzern Tourismus schliesst sich der Tourismus-Allianz, welche unter dem Lead des Schweizer Tourismus Verbandes steht, an und fordert die Anerkennung sämtlicher WHO-Impfstoffe. Die Impfstoffe, welche schon von der WHO anerkannt sind, berechtigen die Touristen zur Einreise in die Schweiz. Gemäss Sibylle Gerardi von Luzern Tourismus würde es genau deshalb auch Sinn machen, dass diese Touristen ein gültiges Zertifikat für die Schweiz erhalten.

Weder in der EU noch in der Schweiz sind alle WHO Impfstoffe zugelassen

Zwei Impfstoffe, welche auf der WHO Liste sind, sind weder in der Schweiz noch in Europa zugelassen. Deshalb begründet das Bundesamt für Gesundheit BAG, dass man im Sinne der Gleichbehandlung nicht ein Zertifikat ausstellen könne, wenn der Impfstoff in der Schweiz nicht zugelassen ist. Mit einem von der WHO zugelassenen Impfstoff kann man zwar in die Schweiz einreisen, an den meisten Aktivitäten kann man jedoch nur mit Tests teilnehmen. Bei der Einreise in die Schweiz gelten die Schutzkonzepte der Airlines und der Flughäfen, bei Freizeitaktivitäten jedoch fallen die Schutzkonzepte vermehrt weg, weshalb dort das Zertifikat wichtiger sei, begründet auf Anfrage von PilatusToday das BAG. Eine Ausweitung des Covid-Zertifikates auf weitere Impfstoffe ist gemäss BAG in Prüfung.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 16. September 2021 05:47
aktualisiert: 16. September 2021 06:01