Studie zeigt

200'000 Staustunden pro Tag in der Schweiz: Hauptstrassen sind das Nadelöhr

4. Oktober 2022, 12:00 Uhr
Täglich sammeln sich wegen Staus in der Schweiz 200'000 Stunden Verspätung an – auf den Strassen, aber auch auf den Schienen. Um den Stau zu vermeiden, wären die Schweizerinnen und Schweizer bereit, über drei Milliarden Franken zu zahlen.
Verkehrsüberlastung auf Hauptstrassen wie hier in Wettingen kosten nicht nur Nerven, sondern vor allem auch viel Geld. (Archiv)
© Aargauer Zeitung / Sandra Ardizzone
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Am meisten Geduld braucht es auf den Hauptstrassen, wie neuste Berechnungen des Bundesamts für Raumentwicklung (ARE) zeigen. Hier stehen die Fahrzeuge besonders häufig und lange im Stau. «Nur» 17 Prozent der verspäteten Zeit wird auf Autobahnen generiert. Meistens steht der Verkehr an Werktagen still, am häufigsten zwischen 7 und 8 Uhr sowie 17 und 18 Uhr. Auf das Wochenende oder die Ferien fallen nur 12 Prozent des Zeitverlusts. Dafür sind es meistens die gleichen Abschnitte, wo es zu Verspätungen kommt, heisst es in einer Mitteilung.

Am dichtesten war der Verkehr 2019 auf der A1 zwischen Aarau und Winterthur, in der Region Basel, auf dem A1-Abschnitt zwischen Schönbühl und der Verzweigung Wankdorf, auf der A2 zwischen Emmen-Nord und Stans, auf der A14 zwischen den Verzweigungen Rotsee und Rütihof, sowie im Genferseegebiet und auf der A2 im Tessin.

Die Belastungen im Gesamtnetz vom Jahr 2019.

© ARE

Zusammengezählt häuften Lastwagen und Autos 2019 damit täglich knapp 200'000 Stunden Verspätung an. Und bekanntlich kostet Zeit auch Geld. Jährlich kostet die Überlastung der Züge und Strassen die Volkswirtschaft über drei Milliarden Franken. Oder anders gesagt: So viel würden die Betroffenen zahlen, um keine Verspätung hinnehmen zu müssen.

Bund arbeitet an Massnahmen

Der Löwenanteil wird zwar auf den Strassen verursacht. Dennoch sorgen überfüllte Züge, Busse und Trams für Kosten von rund 27 Millionen Franken jährlich. Insgesamt rund 41 Millionen Personenstunden verbrachten Pendlerinnen und Pendler in überlasteten Verkehrsmitteln. Am meisten Kosten wurden 2019 aber von den Personenwagen angehäuft: Ihr Anteil belief sich auf 2,71 Milliarden Franken.

Auch wenn die Zahlen horrend wirken, gemäss dem Bund verfügt die Schweiz über eine sehr gute Verkehrsinfrastruktur. Zudem liegt die Verspätungszeit pro Kopf unter dem Durchschnitt der EU-Länder. Mit verschiedenen Massnahmen soll der Stau weiter reduziert werden, etwa durch flexiblere Arbeits- und Unterrichtszeiten, Geschwindigkeitsharmonisierungen und mehr Homeoffice.

(vro)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 4. Oktober 2022 11:48
aktualisiert: 4. Oktober 2022 12:00