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Medienkonferenz

Acht Fragen und Antworten zur aktuellen Corona-Situation

9. Februar 2021, 21:15 Uhr
An der Pressekonferenz vom Dienstag informierten die Experten des Bundes über die Entwicklung der Fallzahlen, die Umsetzung der neuen Einreiseregeln und die Virus-Mutationen. Das Wichtigste in der Übersicht.
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Quelle: CH Media Video Unit

Die Fallzahlen sind in allen Altersklassen rückläufig, wie Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle des Bundesamts für Gesundheit (BAG), an der Pressekonferenz mitteilt. Im Vergleich zu letzter Woche gibt es in der Schweiz 16 Prozent weniger Fälle und auch die Positivitätsrate ging von acht auf sechs Prozent zurück. Jedoch entspanne sich die Lage nur sehr langsam, so Masserey.

Eine einfache Prognose zeigt, wie ein weiterer Verlauf der Pandemie aussehen könnte.

© National COVID-19 Science Task Force

Wie stark verbreitet sind die Virus-Mutationen?

In der Schweiz wurden 4'111 Mutationen gefunden, letzte Woche waren es noch 2'700. Am häufigsten kommt weiterhin die britische Variante vor, gefolgt von jener aus Südafrika. Auch einen ersten Fall der brasilianischen Variante wurde gefunden, dort müsse man aber noch genauere Abklärungen treffen, wie die Mutation in die Schweiz gelangt ist. Martin Ackermann, Präsident der COVID-19 Science Task Force, geht davon aus, dass jede fünfte Infektion auf eine dieser Mutationen zurückzuführen ist.

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Quelle: CH Media Video Unit

Die Ansteckungen mit den Corona-Mutanten verdoppelt sich alle zehn Tage, während die Infektionen mit den bislang bekannten Stämmen sich nur etwa alle vier Wochen halbiert. Um im März einen starken Anstieg der Fallzahlen zu verhindern, müsse man die Bemühungen eher noch verstärken als reduzieren, so Ackermann.

Können im März die Massnahmen gelockert werden?

Zu dieser Frage wollte niemand so richtig Stellung nehmen. Noch sei es zu früh, um dies zu beantworten, es hänge stark von der Verbreitung der Mutationen zusammen, sagte Ackermann. «Wir sehen ein rasches Anwachsen der britischen Variante bei gleichzeitigem Sinken der Ansteckung mit den zwei ursprünglichen Virusstämmen. Deshalb denken wir, dass das Bündel der Massnahmen zurzeit sicher richtig ist.»

Welchen Einfluss hatte der zweite Lockdown auf die Mobilität?

Während im ersten Lockdown die Mobilität der Schweizerinnen und Schweizer stark zurückging, sank diese in diesem Lockdown nur um zehn Prozent. «Wir haben hier noch Potenzial», sagt Ackermann. Trotzdem ist man vom Massnahmenpaket überzeugt. Vieles hänge aber auch von dessen Einhaltung ab.

Im Vergleich zum ersten Lockdown, ging die Mobilität kaum zurück.

© National COVID-19 Science Task Force

In Grossbritannien gehen die Fallzahlen trotz ansteckenderer Mutation zurück, warum?

Abschliessend könne man diese Frage nicht beantworten, sagt Ackermann. Doch gehe er davon aus, dass die Kommunikation der Behörden bezüglich der Massnahmen und die Einhaltung dieser massgebend sei.

Ist die Mutation wirklich wie in der Prognose angegeben 50 Prozent ansteckender?

Auch hier ist es laut Martin Ackermann noch zu früh um definitive Aussagen zu machen: «Das wissen wir noch nicht ganz genau, aber wir gehen davon aus, dass es sich in diesem Bereich bewegt.»

Wie gefährlich ist die brasilianische Variante?

Laut Ackermann ist die Variante wesentlich ansteckender, "sie kann auch jene, die sich schon mit der ursprünglichen Variante angesteckt haben, nochmals anstecken.»

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Quelle: CH Media Video Unit

Was passiert, wenn ich die neuen Einreiseregeln missachte?

Seitens der Reisenden bestehe ein sehr grosses Verständnis für die neuen Einreiseregeln, so Christian Bock, Direktor der Eidgenössischen Zollverwaltung. Wenn die Kontaktdaten bei der Einreise nicht vorgelegt werden, kann eine Busse von 100 Franken ausgesprochen werden und beim Fehlen eines negativen PCR-Tests beträgt diese 200 Franken. Jedoch sei man zu Beginn Kulant und verteile an der Grenze keine Bussen, so Bock. Komme es im Landesinneren zu Kontrollen, wird ein Fehlverhalten jedoch gebüsst.

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Quelle: CH Media Video Unit

Gefälschte PCR-Tests an der Grenze

Bis jetzt habe man laut Christian Bock noch keine gefälschten PCR-Tests festgestellt. Die Mitarbeiter der Zollverwaltung, die für die Kontrollen zuständig sind, seien in der Dokumentenfälschung geschult und man befinde sich mit den internationalen Partnern im Austausch.

Sollte ein gefälschter PCR-Test erkannt werden, würde bei der zuständigen Staatsanwaltschaft Anzeige erstattet. Bussen vor Ort gebe es dann keine, da dies unter Dokumentenfälschung fallen könnte.

(mda)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 9. Februar 2021 16:21
aktualisiert: 9. Februar 2021 21:15