Schweiz

AHV-Reform kommt vors Volk: Über 150'000 Unterschriften eingereicht

25. März 2022, 13:04 Uhr
Das Referendumsbündnis gegen die AHV-Reform hat am Freitag 151'782 Unterschriften bei der Bundeskanzlei eingereicht. Für das Bündnis ist eine weitere Verschlechterung der Rentensituation bei den Frauen nicht akzeptabel.
Das von linken Parteien, Grünen und den Gewerkschaften ergriffene Referendum gegen die AHV-Reform kommt zustande. Innert 50 Tagen sind laut Gewerkschaftspräsident Pierre-Yves Maillard über 100'000 Unterschriften gesammelt worden. Insbesondere Frauen unterstützen das Referendum. (Symbolbild)
© Keystone / Laurent Gillieron

Noch vor Fristablauf seien drei Mal mehr Unterschriften gesammelt worden, als benötigt, schrieb das Bündnis am Freitag in einer Medienmitteilung. Das Bündnis befürchtet einen längerfristigen Abbauplan bei den Renten. Primär würden mit der vorgesehenen AHV-Reform die Interessen der Besserverdienenden, Reichen und Versicherer bedient. Das Ziel der Pläne sei letztendlich «länger arbeiten und weniger Rente bekommen».

Als Alternative zu den Plänen der AHV-Reform soll mit den ausserordentlich hohen Gewinnen und den Negativzinsen der Nationalbank die AHV gestärkt werden, wird Pierre-Yves Maillard, Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes, in der Medienmitteilung zitiert. Unia-Präsidentin Vania Alleva betonte, es brauche höhere Renten statt ein höheres Rentenalter.

Das Bündnis «AHV 21» hatte Anfang Januar das Referendum gegen die Reform der Altersvorsorge eröffnet. Mit der geplanten Rentenalterserhöhung solle zu Lasten der Frauen gespart werden, argumentierte das Bündnis. Es gehe um 10 Milliarden Franken, die eingespart werden sollen. Dies bedeute für die Frauen eine Rentenkürzung von jährlich rund 1200 Franken. Und dies, obwohl die «Rentenlücke» der Frauen noch immer rund ein Drittel betrage.

Neben den Gewerkschaften, Verbänden und Parteien engagierten sich auch feministische Frauenstreik-Kollektive für das Referendum.

Eine breite Allianz, bestehend aus Vertreterinnen verschiedener politischer Parteien und verschiedener Wirtschaftsverbände, stellt sich dem Referendum entgegen. Dank der Reform «AHV 21» könne die Altersvorsorge für die nächsten Jahre gesichert werden, ohne dass es zu Rentenkürzungen komme, hiess es am Freitag in einer Mitteilung.

Quelle: sda
veröffentlicht: 25. März 2022 13:04
aktualisiert: 25. März 2022 13:04
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