Stadler darf bauen

Alstom blitzt mit Beschwerde gegen SBB-Milliardenauftrag ab

25. Mai 2022, 08:04 Uhr
Der Ostschweizer Zughersteller Stadler darf für die SBB 286 einstöckige Züge bauen. Der französische Konkurrent Alstom ist mit einer Beschwerde gegen die Vergabe des über zwei Milliarden teuren Auftrags vor dem Bundesverwaltungsgericht abgeblitzt.

Es ist einer der grössten Aufträge, den die SBB jemals vergeben haben: 286 Züge für einen Wert von über zwei Milliarden Franken. Nun steht fest: Stadler hat den Zuschlag hierfür definitiv erhalten. Eine Beschwerde der Konkurrenz wurde vom Bundesverwaltungsgericht abgeschmettert.

Das Gericht habe die Vergabe des Auftrags an Stadler vom Oktober 2021 bestätigt und die Beschwerde abgewiesen, teilten die SBB am Mittwoch mit. Man habe während des Ausschreibeverfahrens die beschaffungsrechtlichen Vorgaben und die Gleichbehandlung der Anbieter eingehalten, schreibt das Bahnunternehmen weiter.

Bau kann beginnen

Nach Unterzeichnung des Vertrags kann Stadler den Angaben zufolge mit dem Bau der 286 Triebzüge für den Regionalverkehr starten. Das Gerichtsverfahren verzögerte die Auslieferung der Fahrzeuge. Die ersten Züge würden im Laufe des Jahres 2026 den Betrieb aufnehmen, anstatt ab Ende 2025 wie ursprünglich geplant.

Der Preis für einen einzelnen neuen Flirt-Zug beträgt laut Angaben der SBB rund sieben Millionen Franken. Gemäss früheren Angaben von Stadler sollen die neuen Züge komplett im Thurgau hergestellt werden. Der Schweizer Wertschöpfungsanteil beträgt demnach gegen 75 Prozent.

Stadler-Firmenpatron Peter Spuhler darf sich freuen: Der Bau der Züge ist eines der teuersten Projekte, das die SBB jemals vergeben haben.

© KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

Vorgeschichte

Das französische Unternehmen Alstom hatte 2021 beim Bundesverwaltungsgericht eine Beschwerde gegen die Vergabe von Triebzügen für den Regionalverkehr an Stadler Rail eingelegt. Bei der Vergabe an Stadler hiess es damals, deren Angebot sei das wirtschaftlich und qualitativ beste gewesen, begründeten die SBB den Zuschlag.

Daran zweifelte der französische Bahnbauer Alstom. Wie Siemens hatte Alstom sich ebenfalls für den Auftrag qualifiziert, ging aber leer aus. Eine offizielle Beschwerde ging ein. Ein Sprecher des Unternehmens sagte zu dem Zeitpunkt: «Die Bewertungsmatrix enthielt Unstimmigkeiten, die wir gerne geklärt haben möchten. Wir sind überzeugt, dass wir ein sehr wettbewerbsfähiges und geeignetes Produkt angeboten haben.»

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 25. Mai 2022 07:45
aktualisiert: 25. Mai 2022 08:04
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