Expertenrunde

BAG-Mathys genügts: «Auch ich habe keine Lust mehr»

15. Januar 2021, 09:47 Uhr
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Quelle: CH Media Video Unit

Am Mittwoch kommunizierte der Bund neue Massnahmen per Montag. Am Donnerstag dann trafen sich die Experten der wissenschaftlichen Taskforce mit dem BAG. Zur Sprache kamen hauptsächlich die neuen Mutationen. Die Themen im Überblick.

Impfungen

Am Mittwoch seien rund 200'000 Moderna-Impfdosen in der Schweiz eingetroffen, sagte Nora Kronig, Vizedirektorin, Leiterin Abteilung Internationales im BAG. Insgesamt seien in der Schweiz bisher rund 66'000 Impfdosen von Biontech/Pfizer verabreicht worden.

Auch die Frage, wie lange man denn nach einer Impfung immun sei, wurde gestellt. Kronig sagte dazu: «Das weiss man leider noch nicht. Um beweisen zu können, wie lange die Immunität andauert, müssen erst ein, zwei oder drei Jahre vergehen. Es ist noch keine zwei Monate her, seit die ersten Personen geimpft wurden. Deshalb müssen wir das jetzt weiterverfolgen. Momentan verfügen wir nicht über die notwendige Erfahrung.» In einer zweiten Phase wolle man die Impfung überdies auch auf Hausärzte und Hausärztinnen sowie Apotheken ausweiten. Aktuell sei dies aufgrund der Logistik – der Impfstoff von Biontech/Pfizer muss bei minus 70 Grad gelagert werden – nicht möglich.

Masken

In Bayern werden FFP-2-Masken Pflicht, weitere Bundesländer könnten nachziehen. Ist dies auch bei uns Thema? «Wir beobachten das, doch ich bin mir nicht sicher inwiefern dies zu einer Reduktion der Übertragungen beitragen kann», sagt Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung BAG.

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Mutationen

Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung des BAG, zählt am Donnerstag 114 Infektionen mit der Virusmutation aus Grossbritannien und sechs mit jener aus Südafrika. Martin Ackermann zeigt sich besorgt. «Grossbritannien, Dänemark und die Schweiz zeigen ein ähnliches Muster - mit Zeitverzögerung. Wir beschreiten einen ähnlichen Pfad, wie Grossbritannien ihn schon beschritten hat.» Doch im Gegensatz zu Grossbritannien hätten wir noch die Möglichkeit, den Pfad zu verlassen und so den Anstieg der Fallzahlen zu verhindern.»

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Bereits im Februar könnte die britische Virusmutation mehr Infektionen verursachen als die bisherigen Varianten. Martin Ackermann, Präsident Science Task Force, warnt vor einem möglicherweise sprunghaften Anstieg der Fallzahlen.

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Neue Massnahmen

Monika Bütler, Vizepräsidentin der Covid-19 Taskforce sagt: «Mit der Impfkampagne kann die Schweiz zuversichtlich in die Zukunft blicken.» Jedoch bereite ihr das mutierte Virus Sorgen.

«Wir befinden uns in einer Periode grosser Unsicherheit», so Bütler. Die Schweiz könne aber nicht nur sparen, sondern müsse auch versichern. Die Bekämpfung Pandemie verlange daher nicht nur medizinische und epidemiologische Expertise, sondern auch ökonomische.

Bütler zählt drei Gründe auf, weshalb die Massnahmen auch Vorteile für die Wirtschaft bringen:

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Blumenläden und Coiffeur-Salons dürfen weiterhin geöffnet bleiben. Dafür gibt es gemäss Patrick Mathys keine rein epidemiologischen Gründe. Monika Bütler, Vizepräsidentin Science Task Force, führt aus, dass diese auch der psychologischen Gesundheit dienen.

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(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 14. Januar 2021 16:42
aktualisiert: 15. Januar 2021 09:47