Sicherheit

BFU rät zu gesicherten Freeride-Zonen nach Verdoppelung der Todesfälle

6. Dezember 2022, 14:25 Uhr
Die Zahl der tödlichen Unfälle beim Freeriden hat sich im vergangenen Jahr im Vergleich zu den Vorjahren verdoppelt. Zur Risikoverminderung bei Tiefschneefahrten empfiehlt die Beratungsstelle für Unfallverhütung, die gesicherten Freeride-Zonen zu benutzen.
In einem Lawinenkurs erhalten Freerider und Freeriderinnen viel nützliches Wissen über die weisse Gefahr. (Archivbild)
© Keystone/CHRISTIAN BEUTLER
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Mit dem Freeride-Boom habe auch die Zahl der tödlichen Unfälle beim Ski- und Snowboardfahren abseits der Pisten zugenommen, schreibt die die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) in einer Medienmitteilung vom Dienstag. Im Schnitt (2017-2021) sterben laut Statistik jedes Jahr zehn Menschen beim Freeriden. 2021 verdoppelte sich die Zahl der Getöteten laut BFU im Vergleich dazu auf 20.

Das Freeriden, früher meist als Variantenskifahren bezeichnet, hat in den letzten Jahren stark an Popularität gewonnen. Immer mehr Wintersportler bewegen sich abseits der markierten Pisten im Schnee. Ein Grund für den Anstieg der tödlichen Unfälle dürfte jedoch auch der ungünstige Schneedeckenaufbau in den vergangenen Wintern und die damit verbundene Lawinengefahr gewesen sein.

Gelbe Pisten benutzen

Um das Unfallrisiko zu vermindern, erinnert die BFU zu Beginn der neuen Skisaison an Tipps für das Fahren abseits der Piste. So empfiehlt sie, wenn möglich die vorgesehenen Freeride-Zonen zu benutzen. Laut der Beratungsstelle haben viele Skigebiete auf den Trend des Freeridens reagiert und bieten gelb markierte Abfahrten an. Diese Routen werden vom Pistendienst vor Lawinen gesichert.

Präpariert und kontrolliert werden sie jedoch nicht. Deshalb seien sie für geübte Skifahrerinnen und Snowboarder bestimmt. Abseits dieser gesicherten Pisten und Abfahrten beginne das «freie Gelände», in dem man auf eigene Verantwortung unterwegs sei und die Absturz- und Lawinengefahr selbst beurteilen müsse, warnt die BFU.

Lawinenkurs besuchen

Deshalb rät die Beratungsstelle zum Besuch eines Lawinenkurses oder dazu, sich lawinenkundiger Leitung anzuschliessen. Ebenso wichtig sei es, sich über die aktuellen Verhältnisse zu informieren. Ausserdem dürfen bei Tiefschneeabfahrten abseits der Pisten das Lawinenverschütteten-Suchgerät (LVS), die Sonde und die Schaufel nicht fehlen. Zur Notfallausrüstung gehört auch das Handy. (oku/sda)

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 6. Dezember 2022 14:29
aktualisiert: 6. Dezember 2022 14:29