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Verpackungsfrei-Trend

Bier aus dem Zapfhahn: Coop baut Zero-Waste-Angebot aus

2. Juni 2021, 11:07 Uhr
Bier vom Zapfhahn: Coop setzt auf den Verpackungsfrei-Trend.
© Coop
Neu setzt auch Coop in seinen Supermärkten auf den Trend «verpackungsfrei». Damit dringen die Detailhandelsriesen in den Markt von Läden vor, die sich komplett der Nachhaltigkeit verschrieben haben. Doch diese haben keine Angst vor der mächtigen Konkurrenz.

Ab sofort können die Kunden von Coop in ersten Läden selbständig Bier und Mineralwasser in eigene Flaschen abfüllen. Ab dem Sommer testet der Detailhändler zudem weitere Abfüllstationen, an denen flüssige Wasch- und Geschirrspülmittel und haltbare Lebensmittel wie Reis oder Haferflocken selber abgefüllt werden können. Coop führt das Angebot in mehreren Supermärkten in der ganzen Schweiz ein, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte.

Damit folgt Coop auf seine grösste Konkurrentin Migros. Auch sie hat vergangenes Jahr testweise Unverpackt-Stationen in ihren Läden eingeführt. Erst vor wenigen Tagen teilte sie mit, der Pilotversuch habe so gut funktioniert, dass sie ihr Unverpackt-Angebot nun auf weitere Regionen und Läden ausweite.

Nachhaltigkeit als Verkaufsargument

Mit dem Unverpackt-Sortiment reagieren die beiden Detailhändler auf das steigende Umweltbewusstsein ihrer Kundschaft. Denn Nachhaltigkeit liegt im Trend, gerade im Zuge der aktuellen Klimadebatte. Die Detailhändler setzen alles daran, ihr Engagement für den Klimaschutz immer wieder unter Beweis zu stellen. Und das Kapitel «Nachhaltigkeit» gehört längstens in jeden Geschäftsbericht.

Coop habe bereits über 30'000 Tonnen Verpackungsmaterial reduziert oder optimiert, heisst es denn auch im Communiqué von Coop. Die Migros gibt an, seit Einführung ihrer Verpackungsfrei-Stationen letzten Herbst schon über 42'500 Einwegverpackungen gespart zu haben.

Aber ist das Unverpackt-Sortiment denn tatsächlich umweltfreundlicher? Ja, sagt eine Coop-Sprecherin auf Anfrage. Denn die Lebensmittel werden in viel grösseren Gebinden transportiert, was nicht nur beim Endverkauf, sondern bereits bei der Lagerung und beim Transport Verpackungsmaterial spare.

Erst kaufen, dann füllen

Dass sie ihre Kunden nicht wie die Unverpackt-Läden 1:1 betreuen, sorgt beim Unverpackt-Angebot der Detailhändler für eine organisatorische Hürde: Weil jeder mitgebrachte Behälter unterschiedlich schwer ist, ist das Wiegen der Ware eine Herausforderung. Sowohl bei der Migros als auch bei Coop kann man deshalb aktuell noch nicht jedes beliebige Produkt in einen Behälter von zuhause abfüllen.

Beim Mineralwasser bei Coop sei das zwar bereits möglich, sagte eine Coop-Sprecherin auf Anfrage. Man wiegt die Flasche bereits vor dem Befüllen, sodass beim zweiten Wiegen nur noch das Füllgewicht zählt. Für andere Produkte, wie beispielsweise beim Waschmittel und auch beim Bier, muss man allerdings erst einen Mehrwegbehälter kaufen, den man dann befüllen kann.

Auch bei der Migros sagte ein Sprecher auf Anfrage, dass es momentan noch nicht möglich sei, die verpackungsfreien Produkte ins eigene Tupperware oder den mitgebrachten Glasbehälter zu füllen. Aktuell muss man sich ein Mehrweg-Stoffsäcklein oder eine Papiertüte kaufen. Eine Lösung, damit man bald seine eigenen Behälter nutzen kann, sei aktuell allerdings in Arbeit.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 2. Juni 2021 10:28
aktualisiert: 2. Juni 2021 11:07