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Jeder für sich

Corona-Chaos an Schulen schadet Kindern

12. September 2021, 09:25 Uhr
Mit den steigenden Ansteckungszahlen an den Schulen geht jeder Kanton, oft sogar jede Schule, anders um – und die Massnahmen wechseln häufig innerhalb von Tagen. Bei Lehrkräften und Eltern sorgt der Wirrwarr für Unmut. Viele wünschen sich ein einheitlicheres Vorgehen.
Wie können leere Klassenräume wegen Corona verhindert werden? (Symbolbild)
© KEYSTONE/DPA-Zentralbild/JENS BÜTTNER

Dagmar Rösler, Zentralpräsidentin des Dachverbands Lehrerinnen und Lehrer Schweiz, sagt gegenüber dem «SonntagsBlick»: «Es wäre schön, wenn sich die Kantone zusammenraufen würden und sich auf eine gemeinsame Strategie in Bezug auf die effektive Bekämpfung des Virus auch in den Schulen einigen könnten!»

Dagmar Rösler fordert ein koordiniertes Vorgehen.
© Keystone

Verantwortliche setzen Gesundheit der Kinder aufs Spiel

Seit eineinhalb Jahren fordere ihr Verband vergeblich ein koordiniertes Vorgehen der Kantone, so Rösler weiter. Doch die meisten pochen auf ihre Autonomie. Leidtragende des allgemeinen Zögerns und Zauderns, der Uneinigkeit und des Unmuts sind aber nicht nur besorgte Eltern und gestresste Lehrkräfte – am stärksten betroffen sind die Schülerinnen und Schüler selbst.

Denn mit dem Chaos an den Schulen setzen die Verantwortlichen nicht nur die körperliche, sondern auch die psychische Gesundheit der Jüngsten aufs Spiel. «Die unterschiedlichen und wechselnden Regeln an den Schulen sowie die unterschiedlichen Einstellungen von Eltern und Lehrpersonen, Politikern und Fachpersonen bezüglich Massnahmen und Gesundheitsrisiken bei Minderjährigen dürften viele Kinder und Jugendliche belasten und verunsichern», sagt der Neurowissenschaftler – und ehemaliges Mitglied der Science Taskforce des Bundes – Dominique de Quervain zu «SonntagsBlick».

Die Folgen seien gravierend: Verunsicherung könne Stress auslösen, «ein bekannter Risikofaktor für depressive Symptome wie Niedergeschlagenheit, Schlafstörungen, aber auch Versagensängste und Interessensverlust». Stress könne sowohl die Stimmung der Kinder und Jugendlichen als auch deren Lernerfolg negativ beeinflussen.

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 12. September 2021 07:33
aktualisiert: 12. September 2021 09:25