Einführung in Schweiz

Dank Android-Frühwarnsystem können Erdbeben frühzeitig erkannt werden

11. Juli 2022, 16:31 Uhr
Im Notfall können rechtzeitige Erdbebenwarnungen Leben retten. Deshalb hat das Technologie-Unternehmen Google ein Warnsystem für Android-Handys entwickelt – dieses wird ab Montag nun auch in der Schweiz getestet.

Laut dem Schweizerischen Erdbebendienst der ETH (SED) ereignen sich durchschnittlich 23 Beben pro Jahr mit einer Magnitude von 2.5 oder höher. Gerade vergangenen Samstag wurde ein Erdbeben der Stärke 4.2 im süddeutschen Raum registriert, welches auch in grossen Teilen der Schweiz spürbar war.

Messer im Handy drin misst seismische Wellen

Rechtzeitig Warnhinweise zu bekommen, kann daher im Notfall sehr relevant sein und die Überlebenschancen erhöhen. Google hatte deshalb im Jahre 2020 in einem Probelauf begonnen, ein Erdbeben-Warnsystem für Android-Handys einzuführen; zuerst wurde dieses System in Kalifornien getestet.

Dabei werden die Beschleunigungsmesser, die in den meisten Android-Smartphones integriert sind, genutzt, um seismische Wellen zu erkennen, die auf ein mögliches Erdbeben hindeuten. Wenn das Telefon Erschütterungen erkennt, von denen es annimmt, dass es sich um ein Erdbeben handeln könnte, sendet es ein Signal an einen zentralen Server zur Erdbebenerkennung, zusammen mit einer ungefähren Position, wo die Erschütterung aufgetreten ist.

Nutzende an gefährdetem Standort erhalten Warnung

Ab Monatg wird das Warnsystem nun auch in der Schweiz eingeführt. Dieser Prozess dauert mehrere Tage, bis jeder Nutzer und jede Nutzerin eines Android-Handys darauf zugreifen kann, wie Google in einer Medienmitteilung schreibt. Die Nutzenden finden in den Einstellungen dann eine eigene Menüfunktion für Erdbebenwarnungen. Dort können sie einen «Demomodus» aufrufen, um zu erfahren, wie eine Warnung aussieht.

Sobald das Gerät über das Update verfügt, erhalten Nutzende eine Warnung, wenn ein Erdbeben am derzeitigen Standort des Users erkannt wird. Personen, die diese Warnungen nicht erhalten möchten, können diese in den Geräteeinstellungen auch deaktivieren, so Google weiter.

(mhe)

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 11. Juli 2022 16:31
aktualisiert: 11. Juli 2022 16:31
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