Abstimmung

Darum geht es bei der Trinkwasserinitiative

4. Juni 2021, 10:31 Uhr
Die Trinkwasserinitiative möchte sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung. Um dies zu erreichen, will sie nur noch Landwirtschaftsbetriebe subventionieren, die gewisse Auflagen einhalten. Den Gegnern gehen diese aber zu weit.
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Quelle: Youtube / Bundesrat

Die Ausgangslage

Landwirtschaftsbetriebe erhalten vom Bund Direktzahlungen, wenn sie bestimmte Umweltauflagen einhalten. Dieser sogenannte ökologische Leistungsnachweis umfasst Regeln in den Bereichen Biodiversität, Pflanzenschutz, Düngung und Tierhaltung.

Das Initiativkomitee verlangt, dass diese Auflagen verschärft und erhöht werden. Wenn Geld vom Bund fliesst, soll damit eine nachhaltige Landwirtschaft gefördert und die Biodiversität erhalten werden.

Die Argumente der Befürworter

Das Ziel der Initianten ist klar: Sie wollen die Umwelt und das Trinkwasser besser vor Pestiziden, Antibiotika und Gülle schützen. «Wir haben grosse Probleme bei der Biodiversität, eine Überdüngung des Bodens und des Wassers sowie einen hohen Pestizideinsatz», sagt Nationalrat Michael Töngi (Grüne) über die Beweggründe der Initiative. Künftig sollen nur noch Landwirtschaftsbetriebe finanziell unterstützt werden, die sich an die strengeren Regeln der Initiative halten.

Es soll komplett pestizidfrei produziert und Antibiotika nicht mehr vorbeugend und regelmässig eingesetzt werden dürfen. Ebenfalls sollen nur so viele Tiere gehalten werden dürfen, wie mit Futter vom Hof ernährt werden können. Damit soll die Menge an Gülle reduziert werden, die die Umwelt belastet. Gerade bei der Fleischproduktion sieht Töngi die Probleme: «Wir importieren 50 Prozent des Futters. Das schädigt unsere Seen.»

Die Argumente der Gegner

Bei einer Annahme der Initiative rechnen die Gegner mit weitreichenden Folgen für die Landwirtschaft. Unter anderem sehen sie die Selbstversorgung der Schweiz in Gefahr. Es werde weniger produziert und deshalb müsse mehr importiert werden. Dies würde die Umweltbelastung ins Ausland verlagern. Weiter bereitet den Landwirtinnen und Landwirten laut SVP-Nationalrat Marcel Dettling vor allem etwas Sorgen: Dass nur noch Futter, das auf dem eigenen Hof produziert wird, erlaubt wäre. «Das ist völlig übertrieben.» Am Schluss müsse man das Futter importieren, was niemandem nütze, so Dettling.

Weiter argumentieren die Gegner, dass bei einem Ja gewisse Landwirtschaftsbetriebe lieber auf Direktzahlungen verzichten würden, um ihren Betrieb wie bisher aufrechterhalten zu können. Damit würde mit der Initiative das Gegenteil des eigentlichen Ziels bewirkt. Ausserdem hat das Parlament das Kernanliegen der Initiative bereits im verschiedenen Gesetzesanpassungen aufgenommen, betont Dettling. «Das ist auf dem Weg.»

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Quelle: Tele 1

Die Trinkwasserinitiative ist eine von fünf nationalen Vorlagen, die am 13. Juni 2021 an die Urne kommen.

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 4. Juni 2021 10:28
aktualisiert: 4. Juni 2021 10:31
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