Gipfelstürmerin

Diese Frau bestieg alle 82 Viertausender der Alpen

Sven Brun, 11. April 2021, 17:15 Uhr
Ob das Matterhorn, der Mont Blanc oder die Dufourspitze: Maggi Voide-Bumann hat sie alle bezwungen. Angeben will sie damit nicht. Dennoch möchte die Bergsteigerin mit ihren Leistungen andere Frauen motivieren, Berge zu erklimmen.

«Bergsteigen bedeutet für mich Lebensqualität. Es ist eine Quelle, um Energie zu tanken und um den Kopf zu lüften», sagt Maggi Voide-Bumann, Bergsteigerin und Gipfelstürmerin aus Saas-Fee, im Gespräch. Ein Portrait über eine Pionierin in der Geschichte des Schweizer Alpinismus.

Maggi Voide-Bumann stand auf allen 82 Viertausender der Alpen zuoberst. Gemäss dem «Club 4000» ist sie die allererste Alpinistin, welcher dies gelungen ist. Ob dies stimmt, bezweifelt sie jedoch. Und überhaupt: «Es ist mir nicht wichtig, ich will niemanden in den Schatten stellen», erklärt sie. Beim Bergsteigen ging es ihr nie um Rekorde, sondern um ein «unbeschreibliches Gefühl und Erlebnis».

Bereits ihre Urgrossväter seien Bergführer gewesen. «Der Alpinismus liegt mir also gewissermassen im Blut», sagt sie. Als 13-Jährige stand Voide-Bumann auf dem ersten Viertausender. Gemeinsam mit ihrem Onkel bestieg sie das Allalinhorn. Infolgedessen hätten sie die Berge immer mehr angezogen. «Sie winkten mir zu», führt sie aus.

Auf einem Viertausender zu stehen, sei ein «unglaubliches Glücksgefühl». Sie erklärt: «Für mich ist es ein Privileg, ich werde sentimental und vor allem bin ich dann immer sehr dankbar.» Langweilig könne Bergsteigen nie werden: «Die verschiedenen Elemente der Natur ziehen mich immer wieder aufs Neue an.»

Auf dem Berg erlebte sie viele Momente und Geschichten, welche sie nun auch ihren Enkelkindern erzählt. Eines ihrer prägendsten Erlebnisse: «Als ich in der Monte Rosa-Ostwand unterwegs war und im Marinelli-Biwak übernachtete, die Gletscher krachten und Steinschläge hörbar waren – dies fühlte sich wirklich unheimlich an.»

Mittlerweile trifft man die 65-Jährige nicht mehr auf den schwierigsten Touren und höchsten Bergen an. «Diese Zeit ist vorbei», fügt sie hinzu. Doch die Natur, das Klettern, das Wandern und die Skitouren würden ein fester Bestandteil in ihrem Leben bleiben.

Die «100% Women Peak Challenge» findet sie «interessant». Als Vorbild für andere Frauen sehe sie sich jedoch nicht. «Eher bin ich eine Motivation», sagt sie. Den Bergsteigerinnen gibt sie folgenden Tipp: «Es braucht viel Wille, gute Vorbereitung und einen starken Körper.» Sie ergänzt lächelnd: «So werden die Frauen zu 100 Prozent die 100% Peak Challenge schaffen.»

Sven Brun
Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 11. April 2021 17:15
aktualisiert: 11. April 2021 17:15