Entscheidung heute

Drohen den Skigebieten Festtags-Verschärfungen?

4. Dezember 2020, 06:11 Uhr
Alain Bersets liess sich im Vorfeld in die Karten blicken.
© Peter Klaunzer / Keystone
Am Freitag entscheidet der Bundesrat, ob die Corona-Massnahmen in den Wintersportgebieten über die Weihnachts-Feiertage verschärft werden, um eine dritte Welle zu verhindern. Ein von Alain Berset entworfenes Massnahmenpaket ist an die Öffentlichkeit gelangt und höchst umstritten.

Fünf Seiten umfasst Bersets Dokument mit den vorgeschlagenen Verschärfungen, welches von «SRF News» zum Download publik gemacht wurde. Die Skigebiete sollen nur noch zweidrittel bis vierfünftel ihres Gästedurchschnitts hineinlassen dürfen und Gastrobetriebe sollen mit den Skigebieten schliessen müssen. Dies nur zwei der ausgearbeiteten möglichen Massnahmen.

Weiter sollen die Kantone Skigebiete schliessen können und müssen, falls diese mehrmals gegen die Schutzmassnahmen verstossen oder sich die epidemiologische Lage verändert. Dadurch will der Bundesrat die Kantone wieder stärker in die Pflicht nehmen.

Widerstand aus dem bürgerlichen Lager

Schon im Verlauf der Woche formte sich Widerstand der Bürgerlichen gegen die Massnahmen. Eine Allianz von Politiker hatte sich am Donnerstag deutlich gegen mögliche Verschärfungen positioniert. Die bisher von den Skigebieten ausgearbeiteten Schutzmassnahmen genügen, man solle jetzt nicht dem Druck aus den Nachbarländern nachgeben, hiess es an der Medienkonferenz. In einer dringlichen Erklärung im Nationalrat wird gefordert, auf weitere Einschränkungen zu verzichten.

Unterstützung für die Vorschläge erhält Alain Berset durch die SP und GLP.

Zwei-Haushalte-Regel steht zur Debatte

Nebst Einschränkungen in Skigebieten stehen auch private Anlässe im Fokus der möglichen Verschärfungen. So sollen sich im privaten Rahmen zwar weiterhin maximal zehn Personen treffen dürfen, jedoch nur aus zwei verschiedenen Haushalten.

Bei seinem Besuch in Basel am Donnerstag zeigte sich Alain Berset unbeeindruckt von den Forderungen der Bürgerlichen. Im Zentrum stehe die Bekämpfung der Pandemie. Eine Verschlechterung der Situation würde sich im Januar noch mehr auf die wirtschaftliche Lage auswirken als die möglichen Massnahmen.

Der Bundesrat informiert im Verlauf des Freitagnachmittags über allfällige Entscheide.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 4. Dezember 2020 05:49
aktualisiert: 4. Dezember 2020 06:11