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Konjunktur

Economiesuisse erwartet weiterhin kräftigen Aufschwung

8. Juni 2021, 10:20 Uhr
Die Ökonomen des Wirtschaftsdachverbands Economiesuisse rechnen im laufenden Jahr mit einem kräftigen Konjunkturaufschwung. Die Konsumenten dürften das Geld, das sie während der Pandemie gespart haben, nun vermehrt ausgeben.(Archivbild)
© KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER
Der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse rechnet für das laufende Jahr mit einem kräftigem Aufschwung. Konkret werde das Bruttoinlandprodukt (BIP) 2021 um 3,4 Prozent wachsen, teilte der Verband am Dienstag mit.

Dieser Wert liegt zwar leicht unter der Prognose, die der Verband im letzten Dezember abgegeben hatte (+3,7%). Gleichwohl werde auch damit der Einbruch vom vergangenen Jahr, als das BIP um 2,6 Prozent schrumpfte, wettgemacht. Für das Jahr 2022 seien die Aussichten ebenfalls gut, so der Verband. Er erwartet dann ein BIP-Wachstum von 2,8 Prozent.

Mit den BIP-Prognosen ist Economiesuisse in guter Gesellschaft. Die meisten Auguren erwarten derzeit Wachstum in dieser Grössenordnung.

Durchimpfung hilft

Der Wirtschaftsverband begründet die optimistischen Prognosen mit der schrittweisen Rückkehr zur Normalität und positiven Impulsen der Weltwirtschaft. Die negativen wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie würden dank der zunehmenden Durchimpfung der Bevölkerung stark sinken.

Weil die Konsumenten während der Pandemie viel Geld gespart hätten und zugleich die Arbeitslosigkeit abnehme, sei insbesondere mit einem stark ansteigenden Konsum zu rechnen. Bei den einzelnen Branchen erwarten die Prognostiker von der Exportindustrie Schub. Aber auch der Tourismus und der Detailhandel würden zulegen, weil sie weniger von behördlichen Auflagen betroffen seien.

Zahlreiche Risiken

Eine Voraussetzung, dass die Prognosen eintreffen, sei jedoch eine weitgehende Durchimpfung der Bevölkerung bis in den Herbst, betont Economiesuisse. Ein weiteres Risiko für die Vorhersage sei der Verschuldungsschub, den die Pandemie verursacht habe. Diese Entwicklung könnte zu einer zweiten Eurokrise oder einem Wiedererstarken des Frankens führen.

Auch die Inflation sei wieder ein Thema. Zwar sei in der Schweiz nicht mit stark steigenden Preisen zu rechnen. Rohstoffpreissteigerungen, verbunden mit einer anhaltend expansiven Geldpolitik, könnten laut den Ökonomen des Verbands die Inflation aber weltweit zurückbringen - und auch hierzulande mittelfristig eine Lohnpreisspirale in Gang setzen.

Quelle: sda
veröffentlicht: 8. Juni 2021 10:20
aktualisiert: 8. Juni 2021 10:20