Food Waste Day

Ein Drittel aller Lebensmittel landet im Abfall

29. September 2020, 14:47 Uhr
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Quelle: PilatusToday

Mit dem internationalen Food Waste Tag soll darauf aufmerksam gemacht werden, wie viele Ressourcen uns durch die Lebensmittelverschwendung verloren gehen.

Ein Drittel aller produzierten Lebensmittel landet im Abfall. Dies geschieht bereits beim Produzenten, in den Supermärkten, aber auch bei uns im Haushalt. Dort sogar am Häufigsten. Gemäss foodwaste.ch werden in der Schweiz jährlich 2,8 Millionen Tonnen Lebensmittel verschwendet. 28 Prozent davon in Haushalten, 7 Prozent in der Gastronomie und 10 Prozent im Gross- und Detailhandel. Pro Person werfen wir jährlich 90 Kilogramm einwandfreie Produkte weg.

Jeder kann etwas tun

Wie jeder von uns etwas gegen Lebensmittelverschwendung unternehmen kann, erklärt Alina Swirski, Country Managerin von Too Good To Go Schweiz: «Seine Mahlzeiten zu planen ist sehr wichtig», so könne man bereits beim Einkaufen darauf achten, dass man nicht zu viel kauft. Gibt es trotz geplanter Mahlzeit Reste, soll man diese nicht einfach wegwerfen, sondern verwerten.

Auch die Lagerung der Lebensmittel sollte nicht dem Zufall überlassen werden. «Man kann die Haltbarkeit von Produkten steigern, wenn sie richtig im Kühlschrank eingeräumt werden», sagt Swirski. So macht es Sinn, Lebensmittel nach Temperaturen einzuräumen – beispielsweise Frischprodukte, Fleisch und Fisch ganz unten, wo es am kältesten ist. Je weiter oben im Kühlschrank, desto wärmer ist es.

Ein weiterer Punkt, der für grosse Mengen an Food Waste verantwortlich ist, sind die oftmals für Verwirrung sorgenden Haltbarkeits-Beschriftungen. Swirski erklärt: «Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist eine Qualitätsgarantie des Produzenten für sein Produkt. Auch nach Ablauf dessen, sind die meisten Lebensmittel noch problemlos geniessbar.» Das ist nicht zu verwechseln mit «zu verbrauchen bis», denn hier wird angezeigt, an welchem Tag Produkte trotz korrekter Lagerung gesundheitsschädlich werden können.

Initiative für deutlichere Beschriftung

Genau diesem Problem will die von Too Good To Go lancierte Initiative «Oft länger gut» entgegenwirken. Unterstützung erhält sie dabei von grossen Namen wie Emmi, Nestlé oder Lidl Schweiz. Sie wollen erreichen, dass die Beschriftung auf Produkten klarer für den Konsumenten wird. «Mindestens haltbar bis» wird mit dem Zusatz «Oft länger gut» ergänzt, um Konsumenten zu motivieren, ihre Sinne zu nutzen, um die Qualität eines Produktes nach Ablauf des Mindeshaltbarkeitsdatums zu beurteilen.

Mit der App «Too Good To Go» kann man sehen, welche Betriebe in der Nähe übrige Lebensmittel anbieten. Diese können dann zu einem reduzierten Preis gekauft werden. Schweizweit wurden 2019 über eine Million Mahlzeiten gerettet. Wir haben das Angebot getestet. Wie es ablief, seht ihr oben im Video.

Gemeinsam gegen Food Waste

In der Schweiz gibt es zahlreiche Organisationen, die gegen Lebensmittelverschwendung ankämpfen. So holen Fahrer der Schweizer Tafel Produkte in Lebensmittelgeschäften ab, die nicht verkauft werden konnten, aber noch zum Verzehr geeignet sind und verteilen sie zu Gunsten armutsbetroffener Menschen. Einen anderen Ansatz hat Madame Frigo gefunden. Hier werden öffentliche Kühlschränke in Schweizer Städten aufgestellt, in die man Lebensmittel stellen kann, welche man nicht mehr benötigt. Andere Leute können sich dann für den Eigenbedarf bedienen. Wo die Kühlschränke von Madame Frigo zu finden sind, sieht man auf der interaktiven Karte.

In der Stadt Luzern und Agglomeration gibt es ausserdem das Projekt Food Save Luzern, welches Gemüse, Früchte und Brot, welches im Detailhandel nicht mehr verkauft werden kann, gratis anbietet. Die beiden RestEssBars in Kriens und Ebikon funktionieren ähnlich wie die Kühlschränke von Madam Frigo. Hier werden die Kühlschränke aber mit überschüssigen Lebensmitteln aus Läden befüllt, die Freiwillige dorthin transportieren. In der Äss-Bar Luzern kann man ausserdem vergünstigt Backwaren kaufen, die am Vortag in den Bäckereien nicht mehr verkauft wurden, aber noch geniessbar sind.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 29. September 2020 12:15
aktualisiert: 29. September 2020 14:47