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17. Zurich Film Festival

Eine ruhige Bond-Premiere und ein falscher Daniel Craig

29. September 2021, 08:02 Uhr
Am Dienstagabend, 15 Minuten nach der Weltpremiere in London, startete am 17. Zurich Film Festival (ZFF) «No Time to Die», der neueste James-Bond-Film unspektaktulär. Dass die internationale Prominenz fehlte, war deutlich spürbar.
Ganz klar: Bezüglich James-Bond-Premiere spielte die Musik am Dienstagabend in London (im Bild die Royal Family) und nicht am Zurich Film Festival.
© Keystone/AP Invision/VIANNEY LE CAER

Lediglich eine Handvoll Schaulustiger versammelte sich entlang der Abschrankung vor dem Kongresshaus. Darunter zwei Autogrammjäger, die mit Block und Stift auffielen, und sich irgendwann aber enttäuscht abwandten. Auf dem Grünen Teppich waren nur wenige der üblichen Verdächtigen der Schweizer Prominenz erschienen: Sänger Baschi mit seiner Ehefrau Alana etwa sowie weitere Musiker wie Seven und Luca Hänni und Moderatorin und Ex-Miss-Schweiz Christa Rigozzi.

In deutlich hellerer Aufregung war eine Frau, die kurz zuvor beim Bellevue erzählte, sie habe Bond-Darsteller Daniel Craig am Nachmittag in Zürich gesichtet. Wie eine Pressesprecherin des ZFF auf Anfrage von Keystone-SDA bestätigte, konnte es sich dabei aber nur um dessen Schweizer Double, den Thurgauer Martin Langanke, gehandelt haben.

Der «Blick» berichtete unlängst über den Mann, der es bedauert, dass Craig in «No Time to Die» seinen letzten Auftritt als Bond hat. Langanke ist in den letzten Jahren oft als Doppelgänger engagiert worden, wie es weiter hiess. Wie Christian Jungen, Artistic Director des ZFF, kürzlich an der Programmkonferenz mitteilte, beehrte der echte Daniel Craig die Schweizer Premiere dann aber immerhin mit einer Videobotschaft.

«Ein kleines Wunder» sei der Abend so oder so: Diesen Corona-bedingt mehrfach verschobenen Film nach Zürich zu bekommen, sei «ein rund fünfmonatiger Kampf» gewesen, sagte Jungen damals weiter. Überzeugt habe das ZFF nicht zuletzt durch sein Timing sowie durch das neue Kongresshaus als Ort der Vorführung. Der grosse Saal mit fast 1300 Sitzplätzen und einer 16 Meter breiten Leinwand, der das ZFF-Gelände künftig erweitert, sei durchaus «Bond-like».

Craigs letzter Auftritt als Bond

Als Craig 2006 in «Casino Royale» die Nachfolge von Pierce Brosnan als Bond-Darsteller antrat, war der Schauspieler noch weitgehend unbekannt. Nicht wenige zweifelten an seiner Eignung. Selbst Regisseur Sam Mendes, der 2015 den Bond-Film «Spectre» drehte, hielt Craig anfangs für eine Fehlbesetzung und sah in ihm eine «Art Parodie» der ursprünglichen Figur. Schliesslich aber musste er anerkennen, dass Craig der Rolle Tiefe verlieh und letztlich ein «fantastischer» Bond wurde.

Nach dem Debüt als Bond in «Casino Royale» (2006) spielte Craig in «Quantum of Solace» (2008), «Skyfall» (2012) und «Spectre» (2015) den legendären Geheimagenten 007. Danach dachte er bereits ans Aufhören, liess sich dann aber dazu überreden, seinen Dienst erst nach «No Time to Die» zu quittieren.

Im 25. Agententhriller um James Bond (Regie: Cary Joji Fukanaga) begibt sich 007, der sich eigentlich vom aktiven Dienst nach Jamaika zurückgezogen hatte, auf die Suche nach einem entführten Wissenschaftler. Dabei trifft er auf einen mysteriösen Widersacher (Rami Malek), der mit einer gefährlichen neuen Technologie aufwartet.

Quelle: sda
veröffentlicht: 28. September 2021 21:53
aktualisiert: 29. September 2021 08:02