So schützt du dich vor vollautomatisierten Hacker-Angriffen auf Social Media | PilatusToday
Privates Insta-Profil gehackt

«Es kann alle treffen – auch solche mit nur 50 Followern»

· Online seit 04.08.2023, 10:09 Uhr
Private Instagram-Accounts geraten des Öfteren ins Visier von vollautomatisierten Hacker-Angriffen. Künstliche Intelligenz wie Chat-GPT ermöglicht es der Täterschaft mittlerweile, mit Followern in Mundart zu kommunizieren. Ein Experte verrät, wie du dein Profil am besten schützt.
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Was würdest du denken, wenn du über Instagram eine Nachricht wie diese von einem deiner Kontakte erhalten würdest?

Auf den ersten Blick wirkt der Text harmlos. Doch ein Today-Reporter, der diese Nachricht erhalten hat, wurde stutzig: «Mit dieser Person habe ich nicht häufig Kontakt. Warum sollte er also gerade mich kontaktieren?» Er schrieb den Absender via Whatsapp an und fragte, ob diese Nachricht tatsächlich von ihm stammt. Seine Antwort? Nein. Das Profil wurde also gehackt.

Tatsächlich wurden weitere Follower des Profils mit demselben Text angeschrieben. In einem Fall ging die Konversation weiter – und endete schliesslich mit einer Abzocke in der Höhe von 1500 Franken.

Dass gehackte Profile nichts Neues sind, ist allgemein bekannt. Die Kantonspolizei Bern weiss vom Phänomen, verfügt aber über keine konkreten Zahlen.

So schützt du dich

Neu scheint allerdings, dass man sogar auf Mundart kontaktiert wird. «Chat-GPT kann mittlerweile auch Berndeutsch», sagt Jean-Claude Frick, Digitalexperte bei Comparis. «Somit ist es inzwischen durchaus möglich, Fake-Nachrichten über künstliche Intelligenz zu erstellen. Und das ist leider ein Problem.» Denn: Je weiter sich künstliche Intelligenz entwickelt, desto gerissener würden die Tricks der Täterschaft.

Angreifbar machen wir uns insbesondere über schlecht geschützte Konten, sagt Frick. «Die meisten Leute haben Passwörter, die zwischen schlecht und superschlecht sind. Noch schlimmer ist, dass sie sie oft für mehrere Dienste gleichzeitig verwendet werden.»

Empfehlenswert sei daher ein einmaliges Passwort, das nur für Instagram verwendet wird, sagt der Digitalexperte. Und: «Zudem sollte die Zwei-Faktor-Authentifizierung immer aktiviert sein – sprich, man sollte zusätzlich zum Passwort ein SMS oder E-Mail erhalten, um sich zu verifizieren.» Ohne diese beiden Punkte sei eine Profil-Übernahme sehr einfach.

Hinter den Profil-Übernahmen würden mittlerweile vollautomatisierte Hacker-Streifzüge stecken, erklärt Frick. «Es ist nicht so, dass irgendein Hacker aus Russland sich bewusst mein Profil vornimmt.» Daher dürfe man ja nicht glauben, das eigene Profil sei zu klein, zu unbedeutend oder zu wenig spannend, um gehackt zu werden. «Es kann alle treffen – auch solche mit nur 50 Followern.»

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veröffentlicht: 4. August 2023 10:09
aktualisiert: 4. August 2023 10:09
Quelle: BärnToday

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