Grossanlässe

FDP-Ständerat Müller: «5'000 Fans könnte man problemlos ins Stadion lassen.»

25. Juli 2020, 14:26 Uhr
Können die leeren Ränge bald wieder «gefüllt» werden? (Archivbild)
© Sämi Deubelbeiss
Gibt es bald wieder Anlässe mit über 1'000 Personen? Der Druck auf den Bundesrat wächst. In seiner wissenschaftlichen Taskforce gehen die Meinungen nach der Obergrenze auseinander. Einen Vorschlag bringt der Luzerner Ständerat Damian Müller.

Obwohl die Corona-Fallzahlen wieder nach oben zeigen, wird im Parlament der Ruf laut, die Obergrenze von 1'000 Personen aufzuheben. Das berichtet der «Tages-Anzeiger» in seiner Samstagsausgabe.

5'000 Leute in der Swissporarena

So verlangt der Luzerner FDP-Ständerat Damian Müller ab September spezifische Schutzkonzepte, die sich an der Grösse des jeweiligen Veranstaltungsortes und der Art der Veranstaltung orientieren. «Wir müssen lernen, mit dem Virus umzugehen.» Als Beispiel nimmt der Luzerner die Swissporarena. Das Stadion bietet Platz für rund 17'000 Personen. «Schätzungsweise 5'000 könnte man problemlos reinlassen», so Müller in der Tageszeitung. Er glaubt, die nötigen Abstände liessen sich so einhalten. Und wer seinen Platz verlässt, der müsste eine Maske tragen. Müller sieht seinen Vorschlag als einzigen Weg, weitere Finanzspritzen an die entsprechenden Branchen zu verhindern.

Andere Politiker halten die Debatte über solch weitreichende Lockerungen für verfrüht. So sagt etwa Nationalrätin Ruth Humbel von der CVP, dass solche Beurteilungen ab Ende August wieder möglich seien. Das Virus bestimme das Tempo – auch bei Grossveranstaltungen.

Geteilte Taskeforce

Bis Ende August sind Veranstaltungen mit über 1'000 Personen noch verboten. Doch was folgt danach? Der Druck auf den Bundesrat wächst. Am 1. August übernimmt Martin Ackermann das Präsidium der wissenschaftlichen Taskeforce des Bundes. Er äusserst sich gegenüber dem «Tages-Anzeiger» kritisch: «Da wir bei den Fallzahlen wieder im Bereich des exponentiellen Wachstums sind, haben wir kaum Handlungsspielraum.» Er macht auch deutlich, dass ein gewisser Druck seitens der Veranstalter vorhanden sei.

Dieser Druck hält der Epidemiologe Marcel Tanner, ebenfalls Mitglied der Taskeforce, für kontraproduktiv. «Die Akteure sollten jetzt nicht einfach fordern und drücken, sondern vor allem zusammensitzen und Schutzkonzepte entwickeln», sagt er im «Tages-Anzeiger». Er geht damit in eine ähnliche Richtung wie Damian Müller. Anlässe einfach zu verbieten, sei unverhältnismässig. Vielmehr bedürfe es intelligenter Konzepte. «Und deshalb würde ich den Veranstaltern raten, zu Beginn kein Konzert mit 40’000 Zuschauern zu planen, sondern vielleicht nur mit 1'000 bis 5'000, und Effekte zu beobachten. Die Leute sollten nicht zu eng zusammengepfercht sein.» Wichtige Instrumente seien nach wie vor Hygiene, Abstand, Masken und Desinfektionsmittel.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 25. Juli 2020 10:39
aktualisiert: 25. Juli 2020 14:26