Blausee

Fischsterben: Lötschberg-Deponie unter Verdacht

16. September 2020, 08:21 Uhr
Fischsterben im Blausee: Lötschberg-Deponie unter Verdacht. (Symbolbild)
Seit 2018 ist es im Blausee zu mehreren grossen Fischsterben gekommen. Tausende Forellen sind bereits gestorben. Wie das Schweizer Fernsehen SRF berichtet, steht die Lötschberg-Deponie unter Verdacht, dafür verantwortlich zu sein.

Der Blausee wurde seinem Namen plötzlich nicht mehr gerecht: Der See war nicht mehr blau sondern ziemlich trüb. Doch die Farbe des Sees ist nicht das grösste Problem: Im Frühling starben in der Fischzuchtanlage Tausende Forellen.

Schaden von zwei Million Franken

Wie Recherchen der Sendung «SRF Rundschau» zeigen, beträgt der Gesamtschaden der Fischsterben rund 40 Tonnen Fisch im Wert von zwei Millionen Franken. Stefan Linder von der Blausee AG hat einen klaren Verdacht, was den Blausee geschädigt und die Forellen getötet hat: Belasteter Altschotter aus dem Lötschberg-Tunnel.

Tonnenweise Schotter illegal deponiert

Auch der Kanton Bern kommt zu diesem Schluss. «Im Steinbruch Mitholz sind rund tausend Tonnen Schottermaterial illegal deponiert worden», so Jacques Ganguin, Chef Amt für Wasser und Abfall Bern gegenüber der Rundschau. Demnach hätte der Altschotter gemäss bewilligtem Entsorgungskonzept in spezielle Waschanlagen behandelt werden müssen. Altschotter sei häufig mit Schwermetallen und Giftstoffen aus den Eisenbahnschwellen belastet.

Steinbruch weist Anschuldigungen zurück

«Wir weisen die Anschuldigungen der Blausee AG in aller Form zurück», sagt Marcel Rychen, Verwaltungsratspräsident der SHB Steinbruch Mitholz AG im Interview mit der «Rundschau». So hätten Abklärungen der Behörden ergeben, dass es nie eine Gefahr für Mensch und Umwelt gab. Dennoch räumt er ein, dass bei der Entsorgung nicht alles korrekt abgelaufen war. Dies habe man aber transparent kommuniziert und die widerrechtlich deponierten Tausend Tonnen Schotter wieder ausgebaggert und korrekt entsorgt.

Für Marcel Rychen und den Steinbruch ist das Thema damit erledigt. Die Blausee AG sieht das aber anders und hat Strafanzeige eingereicht.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 16. September 2020 08:21
aktualisiert: 16. September 2020 08:21