100'000 CHF gefordert

Frau soll Alain Berset mit Fotos erpresst haben

21. November 2020, 21:57 Uhr
Die Coronakrise ist nicht die einzige Krise für Alain Berset.
© Anthony Anex
Eine Frau soll Ende 2019 versucht haben, Bundesrat Alain Berset mit belastenden Fotos und Mails zu erpressen. Berset zeigte die Frau bei der Bundesanwaltschaft an. Das belastende Material soll inzwischen gelöscht sein.

100'000 Franken soll sich eine Frau von Alain Berset erhofft haben, als sie ihn mit belastenden Fotos und E-Mails konfrontierte und drohte, diese öffentlich zu machen. Wie die "Weltwoche" wissen will, soll sich Berset aber nicht darauf eingelassen haben. Er zeigte die Frau bei der Bundesstaatsanwaltschaft an. Diese bestätigt den Fall gegenüber der Zeitung.

Anstatt des grossen Geldes kam die Polizei. Kurz nachdem die Frau Berset kontaktierte, sollen Beamte an die Tür geklopft und die inzwischen verurteilte Erpresserin verhaftet haben. Mehrere Datenträger, darunter ein Macbook, ein Tablet sowie drei Smartphones wurden beschlagnahmt und sämtliche Daten gelöscht.

Fotos und Mails hätten Berset an seinem Job gehindert

Was auf den Fotos und Mails zu finden war, ist nicht bekannt. Wie die Weltwoche schreibt, hätte das belastende Material den Bundesrat daran gehindert, sein Amt auszuüben. Entsprechende Hinweise darauf im Strafbefehl seien geschwärzt worden.

«Behauptungen aus dem Privatleben vor acht Jahren»

Wie «20 Minuten» schreibt, habe auch das Eidgenössische Departement des Innern EDI die Strafanzeige bestätigt. Und: Gegenstand des Erpressungsversuchs seien «unwahre und ehrverletzende» Behauptungen gewesen, die das Privatleben des Bundesrats von vor acht Jahren betreffen, so EDI-Sprecher Peter Lauener zu «20 Minuten». 

Die beschuldigte Frau wurde am 14. September wegen versuchter Erpressung zu einer bedingten Geldstrafe von 4'500 Franken verurteilt. Sie muss zudem Verfahrenskosten in Höhe von 2'500 Franken tragen. (red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 21. November 2020 21:35
aktualisiert: 21. November 2020 21:57