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Frauenstreik

Frauen mobilisieren sich für gleiche Rechte

14. Juni 2021, 08:31 Uhr
Die Frauen werden heute Montag in der Schweiz erneut auf die Strasse gehen und ihre Rechte mit zahlreichen Aktionen im ganzen Land einfordern. Im Zentrum des diesjährigen Frauenstreiks stehen unter anderem Forderungen nach besseren Löhnen und Altersrenten. In der Stadt Luzern gibt es während des ganzen Tages verschiedene Aktionen.
Der Demonstrationszug am Frauenstreik in Luzern führte 2019 auch über die Reussbrücke. (Archivbild)
© Priska Ketterer

50 Jahre nach der Einführung des Frauenstimmrechts, 30 Jahre nach dem ersten Frauenstreik 1991 und 25 Jahre nach der Einführung des Gleichstellungsgesetzes hat die feministische Bewegung in der Schweiz zwar viel erreicht. Doch sie sieht sich noch lange nicht am Ziel.

Gerade die Pandemie hat aus Sicht der Organisatorinnen des Frauenstreiks erneut deutlich gemacht, dass die Arbeit von Frauen weder angemessen anerkannt noch korrekt entlöhnt wird.

Feierabend um 15.19 Uhr

Am Montag werden um 15.19 Uhr viele Frauen Feierabend machen. Die Lohndiskriminierung hat seit 2019 noch zugenommen und auf einen Tag umgerechnet arbeiten die Frauen inzwischen statt ab 15.24 Uhr bereits ab 15.19 Uhr gratis.

In Luzern findet unter dem Motto «Vorwärts gegen den Rückschritt: Wir kämpfen weiter!» der diesjährige feministische Streik statt. Denn die Gründe, welche die FINTA-Personen* (Frauen, Inter, Nicht-Binär, Trans, Agender Personen) vor zwei Jahren auf die Strasse getrieben hätten – seien das Altersarmut, alltäglicher Sexismus, Lohnungleichheit, sexualisierte Gewalt, Rassismus, Homo- und Transfeindlichkeit oder die ungleich verteilte Sorge- und Betreuungsarbeit – würden nach wie vor bestehen und seien durch die aktuelle Krise sogar verschärft worden, so die Redaktion des feministischen Streiks Luzern.

Um 9.00 Uhr organisiert der Streik ein gemeinsames Morgenessen auf dem Inseli. Um 12.00 Uhr startet mit der Rede von Yvonne Schärli, alt SP Regierungsrätin, das Nachmittagsprogramm auf dem Theaterplatz. Um 15.19 Uhr wird schliesslich in der ganzen Schweiz «Lärm gegen Lohnungleichheit» gemacht. Der eigentliche Frauenstreik startet um 17.30 Uhr.

Auch Zug und Nidwalden machen mit

In Zug startet um 16.00 Uhr ein Postenlauf an der Zuger Seepromenade. Die «Mamis, Grosis, Freundinnen und Bekannten» werden dazu aufgerufen, Textilien mitzubringen, die bedruckt werden können.

Und schliesslich hat sich auch im Kanton Nidwalden vor Kurzem ein «feministisches Kollektiv» gebildet. Ihr Ziel ist es, «Menschen in Nidwalden zu verbinden, die sich für Gleichstellungs-Anliegen interessieren und einsetzen wollen». Auf dem Stanser Dorfplatz findet deshalb eine bewilligte Aktion mit Musik statt. Gemeinsam fahren die Teilnehmenden anschliessend an die Demonstration in Luzern.

So sah es beim letzten Frauenstreik in Luzern aus

Aktionen in der ganzen Schweiz geplant

In Zürich und Chur etwa wird laut der Webseite 14juni.ch um 15.19 Uhr eine Lärm-Aktion unter dem Motto «Wir lassen uns nicht unter den Teppich kehren» stattfinden. In Bern ist ein rückwärts laufender Flashmob geplant, um auf die Rückständigkeit der Schweiz bei der Gleichstellung aufmerksam zu machen.

An anderen Orten gibt es feministische Picknicks und Workshops. Kundgebungen sind in grösseren und kleineren Städten in der ganzen Schweiz um 18 Uhr geplant.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 14. Juni 2021 08:26
aktualisiert: 14. Juni 2021 08:31