Tabakverbot

«Für unsere Shisha-Bar wäre dieses Verbot sehr schlimm»

Robert Steinegger, 19. Juni 2020, 08:22 Uhr
Ghezzaoui Seoud ist der Bar-Besitzer der Byblos Shisha Lounge.
© PilatusToday
Der Konsum von aromatisiertem Tabak, der in Shishas oder E-Zigaretten vorkommt, soll zukünftig verboten werden. Dies zumindest fordert der Walliser CVP-Nationalrat Benjamin Roduit. Sein Vorstoss beunruhigt die Betreiber von Shisha-Bars.

Betreiber von Shisha Bars wehren sich gegen den Vorstoss. Ghezzaoui Seoud, Betreiber der Byblos Shisha Lounge in Hergiswil, meint: «Das Aroma spielt eine grosse Rolle für den Konsum unserer Shishas». Der Verkauf von normalem Shisha-Tabak würde ihnen keine Kundschaft mehr bringen.

Weiter erklärt er: «Wenn ein Jugendlicher ein Glas Cola oder ein Glas Wasser vor sich hat, entscheidet er sich für das Glas Cola», und so sei es auch mit dem Tabak. Ebenfalls versteht er die Aufregung um das Thema nicht. Denn Shisha rauche man in der Gruppe und es habe einen traditionellen Hintergrund. «Für unsere Shisha-Bar wäre dieses Verbot sehr schlimm.»

Das Rauchen von E-Zigaretten oder Wasserpfeifen (Shisha) hat sich in der Schweiz mittlerweile fest etabliert. Von Apfel bis Gummibärchen findet sich ein umfangreiches Sortiment in jeder Shisha-Bar. Genau diese Aromen und Zusatzstoffe sollen aber die Ursache für den steigenden Konsum sein. Dem will der CVP-Nationalrat Benjamin Roduit ein Ende setzen: «Raucherwaren, die mit speziellen Aromen und Zusatzstoffen angereichert sind, machen junge Menschen schneller abhängig.»
Aus diesem Grund hat die EU bereits 2016 den Konsum dieser charakteristischen Aromen in Zigaretten verboten. Nun soll die Schweiz dringend nachziehen, sagte er gegenüber «20min».

Schnelle Abhängigkeit durch aromatisierten Tabak

Damit möchte man auch einen weniger schädlicheren Umgang mit der Tabakware fördern. Weil primär Jugendlichen der Einstieg durch den Einsatz von Aroma- und Zusatzstoffen erleichtert wird, sollen mit diesem Verbot denn auch Gesundheitskosten gespart werden. Ebenfalls hofft man dadurch, die Zahl der Abhängigen zu senken, wie Felix Wahrenberger von «Akzent Prävention und Suchttherapie» gegenüber PilatusToday erzählt.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 19. Juni 2020 06:19
aktualisiert: 19. Juni 2020 08:22