Coronavirus

Geimpfte fürchten sich stärker vor Corona-Ansteckung ihrer Kinder

21. Dezember 2021, 10:12 Uhr
Ungeimpfte empfinden die Zertifikatspflicht als belastend, während die Mehrheit der Geimpften diese als entlastend erachten. Geimpfte Eltern sorgen sich hingegen viel stärker, dass sich ihr Kind mit dem Coronavirus infiziert.
Eine Zertifikatskontrolle in einem Restaurant: Während Geimpfte das Zertifikat mehrheitlich als entlastend empfinden, sieht es die Mehrheit der Ungeimpften als Belastung. (Archivbild)
© KEYSTONE/MICHAEL BUHOLZER

Das geht aus der vierten, im Rahmen der «Swiss Corona Stress Study» durchgeführten Befragung von 11'167 Personen aus der ganzen Schweiz hervor. Von ihnen haben 2079 Personen eigene Kinder im Alter zwischen 4 und 11 Jahren. Demnach verspürten nur 17 Prozent der geimpften Eltern überhaupt keine Angst, dass sich ihr Kind mit dem Coronavirus anstecken könnte. Bei den ungeimpften Eltern waren es 68 Prozent.

Grosse Unterschiede nach Impfstatus

Generell gebe es grosse Unterschiede zwischen der Gruppe der Geimpften und der Ungeimpften hinsichtlich der mit dem subjektiven Stressempfinden verbundenen Belastungsfaktoren. So fassen die Forschenden um Dominique de Quervain von der Universität Basel die auf einem Preprint-Server veröffentlichten Ergebnisse zusammen. 58 Prozent der befragten Personen waren geimpft.

So gaben 73 Prozent der Ungeimpften an, dass die Zertifikatspflicht für sie «sehr belastend» sei. Rund jeder dritte Geimpfte hingegen verspürte eine grosse Entlastung, die mit dem Nachweis einhergeht, 17 Prozent von ihnen standen der Zertifikatspflicht neutral gegenüber.

Die Belastung durch Konflikte in der Familie, im Freundeskreis oder am Arbeitsplatz aufgrund der Corona-Massnahmen oder der Impfung war in beiden Gruppen hoch. Bei den Ungeimpften jedoch signifikant höher, wie aus der Studie weiter hervorgeht.

Zunahme depressiver Symptome

Der Anteil der Befragten mit schweren depressiven Symptomen erreichte einen neuen Höchststand: Waren es im ersten teilweisen Lockdown im Frühjahr 2020 noch neun Prozent und während der zweiten Welle im vergangen Herbst 18 Prozent, sind es nun 19 Prozent der Studienteilnehmenden, die von schweren depressiven Symptomen berichten. Wie bereits in den vorangegangenen Befragungen sind junge Menschen und Menschen mit finanziellen Sorgen am stärksten betroffen.

Gleichzeitig beobachteten die Forschenden, dass einige Menschen mehr Beruhigungs- oder Schlafmittel im Zuge der Pandemie einnehmen würden. Von den 3544 Personen, die solche Medikamente schlucken, berichteten 53,6 Prozent von einer Zunahme, 42,9 Prozent hingegen von einer Abnahme. Beim Nikotin-, Alkohol- oder Cannabiskonsum zeigten sich ähnliche Muster.

Die Ergebnisse der Studie seien nicht repräsentativ, hält die Universität in einer Mitteilung vom Dienstag fest. Weil die Befragten aber ein breites Spektrum der Schweizer Bevölkerung abbildeten, seien die Resultate «statistisch hoch signifikant».

Die anonyme Umfrage wurde zwischen Mitte und Ende November durchgeführt.

Quelle: sda
veröffentlicht: 21. Dezember 2021 10:12
aktualisiert: 21. Dezember 2021 10:12
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