Germanwings-Absturz: Nachwehen in der Schweiz

27. September 2018, 16:59 Uhr
Das Flugzeugunglück vor einem Jahr wirft lange Schatten

Vor einem Jahr hat sich eines der tragischsten Flugzeugunglücke in der Geschichte der modernen Luftfahrt ereignet. Damals steuert ein Co-Pilot der Germangwings absichtlich ein Flugzeug in eine Felswand. 149 Menschen starben. Die Ereignisse vom 24. März 2015 werfen lange Schatten. Die nach dem Unglück eingeführte neue Sicherheitsregel gibt zu reden. Auch bei den Piloten der Fluggesellschaft Swiss regt sich Widerstand. 

Ein Jahr ist es her, seit beim Absturz der Germanwings-Maschine in den französischen Alpen 149 Menschen auf tragische Weise in den Tod gerissen wurden. Der schwer depressive Co-Pilot brachte damals die Maschine über den französischen Alpen absichtlich zum Absturz. Nachdem er den Piloten aus dem Cockpit ausgeschlossen hatte, manipulierte er den Autopiloten und leitete den Sinkflug ein. Daraufhin zerschellte die Maschine an einem Berg.

Kurz danach wurde auf Empfehlung der Europäischen Flugsicherheitsbehörde EASA und des Eidgenössischen Bundesamts für Zivilluftfahrt BAZL die Zwei-Personen-Cockpit-Regel eingeführt. Verlässt einer der Piloten das Cockpit, muss sich seither ein anderes Crewmitglied im Cockpit aufhalten. Grund: Der verbleibende Pilot soll sich nicht im Cockpit einschliessen können. Seit dem 11. September 2001 sind die Cockpittüren zum Schutz vor Terroristen nämlich von innen her verriegelbar.

Regel wirft neue Sicherheitsfragen auf

Der Schweizerische Flugpersonalverband Aeropers kritisiert die neu geschaffene Sicherheitsregel. Sie sei nicht durchdacht. Durch die ständigen Wechsel im Cockpit würde insbesondere während Langstreckenflügen eine gewisse Unruhe entstehen. Die Sicherheit im Cockpit könne durch das ständige Öffnen und Schliessen beeinträchtig werden. Für die Stellvertretung des abwesenden Piloten sei die oftmals ausgelastete Crew ohne Flugausbildung auch nicht wirklich geeignet. Die Piloten der Fluggesellschaft Swiss würden daher nicht geschlossen hinter der Zwei-Personen-Cockpit-Regel stehen.

Bis auf Weiteres werde man die bisherige Regelung in Absprache mit dem BAZL aber beibehalten. Dies mangels besserer Alternativen, so Peter Schmid vom Flugpersonalverband Aeropers. "Wäre die Lösung so einfach, hätten wir sie bereits umgesetzt."

Die Sicherheitsregeln nach dem Germanwings-Absturz sind umstritten

veröffentlicht: 24. März 2016 05:05
aktualisiert: 27. September 2018 16:59